Nach Großbrand: Feuerwehr geht von Millionenschaden aus

Von: red/dpa
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Der Tag nach dem Großbrand: Von der Produktionshalle der Feinbäckerei Otten stehen nur noch die Grundmauern. Foto: Gerhards
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Feuer in Produktionshalle: Die Feuerwehr leitet am Samstag umgehend „massive Löschmaßnahmen“ ein. Foto: CUH

Erkelenz. Am Sonntagmittag war nur noch zu erahnen, wie sehr die Flammen gewütet haben müssen. Von der 1300 Quadratmeter großen Produktionshalle der Feinbäckerei Otten an der Gewerbestraße Süd standen nur noch die Grundmauern.

Bei dem Großbrand in der Backwarenfabrik waren am Samstag sechs Menschen leicht verletzt worden. Wegen der großen Rauchwolke forderte die Stadt Erkelenz die Bevölkerung auf, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Man befürchtete, dass sich gesundheitsschädliche Asbestpartikel mit der Rauchwolke verbreiten.

Als die Feuerwehr gegen 11.30 Uhr eintraf, stand die Halle, in der die Produktion bis zum Ausbrechen des Feuers auf Hochtouren lief, bereits voll in Brand. Rund 45 Notrufe hatten die Leitstelle erreicht, da sich das Feuer rasend schnell ausbreitete und die Rauchwolke auch aus großer Entfernung zu sehen war.

Nach Angaben der Feuerwehr brach der Brand wahrscheinlich bei Handwerksarbeiten am Dach aus. Die 41 Arbeiter der Bäckerei konnten das Gebäude verlassen. Sechs Menschen versuchten, den Brand selbst zu löschen. Sie kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus.

Die Einsatzkräfte sicherten zunächst die umstehenden Gebäude, das Dach war nach Angaben der Feuerwehr zu diesem Zeitpunkt bereits teilweise eingestürzt. Die Wehrleute setzten zum Löschen umgehend eine Drehleiter ein.

Wegen des starken Rauchs wurde die Bevölkerung in der Innenstadt von Erkelenz über die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes (NINA) gewarnt. Ebenfalls wurde das Krankenhaus Erkelenz informiert, die Lüftungs- und Klimaanlage abzuschalten. „Durch die massiven Löschmaßnahmen konnte die Rauchentwicklung schnell eingedämmt werden. Zwischenzeitlich war auch eine zweite Drehleiter im Einsatz, um das Feuer von oben zu bekämpfen. Wegen der Einsturzgefahr konnten keine Feuerwehrkräfte in der Halle eingesetzt werden“, teilte Stadtbrandinspektor Helmut van der Beek mit.

Da an dem Gebäude Asbestdachsanierungen liefen, habe man nicht ausschließen können, „dass Asbestfasern freigesetzt wurden“. Daher seien das Umweltamt des Kreises Heinsberg sowie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen angefordert worden, so van der Beek. Mehrere Proben in der Umgebung zeigten, dass in den niedergegangenen Partikeln kleinste Spuren von Asbest enthalten waren. Von ihnen ging offensichtlich keine größere Gesundheitsgefahr aus. „Es war einem Zufall zu verdanken, dass die größte vom Brand betroffene Dachfläche bereits saniert war und somit kein Asbest mehr enthielt“, so van der Beek. Gegen 13.50 Uhr wurde Entwarnung gegeben.

Die Feuerwehr war mit etwa 100 Einsatzkräften vor Ort, der Rettungsdienst war mit bis zu 20 Kräften im Einsatz. Der Einsatz war erst gegen 19.15 Uhr beendet. Die Feuerwehr geht von einem Schaden in Millionenhöhe aus.

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