Heinsberg - Nach den Ferien gehen sieben neue Schulleiter an den Start

Nach den Ferien gehen sieben neue Schulleiter an den Start

Von: Rainer Herwartz
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Bürgermeister Wolfgang Dieder (oben 2. v. l.) begrüßte die neuen pädagogischen Führungskräfte in der Stadtverwaltung. Foto: Herwartz
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Nur noch wenige Tage, dann beginnt das neue Schuljahr. Doch nicht nur für die Mädchen und Jungen, auch für sieben Schulleiter und Stellvertreter wird in Heinsberg viel Neues zu erleben sein. Foto: dpa

Heinsberg. „Sieben auf einen Streich“ stellte Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder am Dienstag der Öffentlichkeit vor. Und zwar sieben neue Leiter und Stellvertreter, die ab sofort die Geschicke wichtiger Heinsberger Schulen bestimmen werden.

Zwar hatte Dieder selbst in seiner Vorstellung auf das Zitat aus dem „tapferen Schneiderlein“ verzichtet, doch wurde deutlich, dass die Neuen in ihren Funktionen in der Tat eine Menge Mut benötigen. Nach der Leitung einer Grundschule, wie sie jetzt in Straeten zu besetzen war, streckt sich heute nicht zuletzt aus Gründen von Aufwand und Verdienst kaum noch pädagogisches Personal.

Und die Abwicklung zweier Schulen wie die Realschule und die Hauptschule in Oberbruch dürfte auch nur mäßigen Charme versprühen. Eine gute Portion Courage gehört zweifellos auch dazu, eine völlig neue Schule im Stadtgebiet aus der Taufe zu heben, wie dies mit der neuen Gesamtschule in Oberbruch geschieht.

„Auf den Weg geschubst“

Die 52-jährige Rita Reiners, die seit dem Jahr 2002 an der katholischen Grundschule in Straeten unterrichtet, hatte bereits zum 1. August letzten Jahres die kommissarische Leitung der Schule übernommen. Schon von ihrem Vorgänger sei sie quasi „auf den Weg geschubst worden“, erklärte sie. „Gerade um eine Grundschulleiterstelle reißt man sich ja nicht.“ Und dennoch: „Unsere Schule ist klein, aber fein. Wir haben engagierte Gremien. Für mich ist sie meine Schule, für die ich mich einsetzen will, so dass sie weiterbesteht.“ Die Besonderheit sehe sie unter anderem darin, dass die Straetener Grundschule als einzige in der Stadt von insgesamt sieben Ortsteilen „gespeist“ werde. „Wir müssen alle zusammenbringen“, meinte die Waldenratherin.

Im Gegensatz zu Reiners weiß ihre neue Schulleiterkollegin Bettina Hickethier, dass die Leitung der Realschule in Oberbruch nur ein Job auf Zeit sein wird. Maximal fünf Jahre wird es dauern, bis der letzte Schüler die Schule verlässt und fortan nur noch die Gesamtschule als weiterführende Lehranstalt am Standort existiert. „Ich freue mich sehr auf die nicht ganz einfache Aufgabe. Ich möchte eine gute Arbeit leisten bis zum bitteren Ende. Die Band auf der Titanic hat auch bis zur letzten Minute gespielt.“ Auf die Idee gekommen, sich für den Chefsessel zu bewerben, sei die 40-Jährige, „weil ich die Realschule in Nettetal einmal drei Monate kommissarisch leiten durfte. Dabei habe ich Blut geleckt.“

Auch der neue Schulleiterkollege der Hauptschule in Oberbruch, der 38-jährige Christoph Scholz, sieht die nächsten Jahre ein wenig mit gemischten Gefühlen. „Die Schule auslaufen zu lassen, ist sicher keine schöne Aufgabe. Aber wir haben ein sehr junges Kollegium. Die Tatsache, dass unsere Schule ausläuft, werden wir nicht als Hürde, sondern als Herausforderung angehen.“ Dabei nennt der ehemalige Agrar-Ingenieur mit den Themen Inklusion, Umstrukturierung der Schulfirma und Kooperation mit der Gesamtschule gleich die drei wichtigsten gesteckten Ziele für die Zukunft.

Albert Zaunbrecher als neuen Schulleiter vorzustellen, wäre grundsätzlich ein Fauxpas, denn der Neue ist in Wahrheit ein Alter. Der 54-Jährige wechselt lediglich in gleicher Funktion von Oberbruch zur Realschule Im Klevchen. „Der Wechsel von Oberbruch nach Heinsberg war für mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge verbunden“, sagte er am Dienstag. Seit 1999 arbeitete der Karkener als Pädagoge in Oberbruch, die letzten fünf Jahre war er der Chef der Lehranstalt. Ihm zur Seite stehen wird als zweite Konrektorin Angela Engels. „Ich hätte gerne noch ein wenig mehr Zeit gehabt, mich auf die neue Aufgabe vorzubereiten“, meinte sie. Doch der überraschende Tod ihres Vorgängers drängte bei der Entscheidung für die neue Stelle zur Eile.

„Kindliche Begeisterung“

Peter Ruske, der Leiter der neuen Gesamtschule in Oberbruch und sein Stellvertreter Bernhard Bonus können es kaum erwarten, dass mit der Schulgründungsfeier am 21. August der Startschuss fällt. „Ich spüre eine geradezu kindliche Begeisterung zu sehen, was wir an der neuen Schule jetzt umsetzen können“, freute sich Bonus. Und sein Chef ergänzte: „Wir trauen uns, Schule noch einmal ganz neu aufzubauen. Auch eine Gesamtschule muss sich stets neu erfinden. Eine der großen Aufgaben wird, eine Schule für alle zu sein. Und bald die einzige städtische Schule mit eigener Oberstufe.“

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