Wassenberg - Nach 40 Jahren Arbeit soll niemand zur Tafel müssen

Nach 40 Jahren Arbeit soll niemand zur Tafel müssen

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
15187267.jpg
c2_steinhage

Wassenberg. Fast könnte man meinen, er sei so etwas wie die Allzweckwaffe der Linken im Kreis Heinsberg. Im Wassenberger Stadtrat hat er gesessen, Bürgermeisterkandidat war er schon in derselben Stadt, Sprecher des Vorstandes der Linken auf Kreisebene ist er derzeit schon – und nun auch ihr Bundestagskandidat für die Wahl am 24. September: Wolfram Steinhage.

„Durch meine langjährige Zusammenarbeit und weil ich Gründungsmitglied war, außerdem war ich ja auch schon mal Sprecher der Partei im Kreis“, nennt Steinhage aus seiner Sicht die Gründe, warum er von seiner Partei zum Kandidaten gekürt worden sei. Im Jahr 2007 sei die Linke im Kreis Heinsberg aus dem Zusammenschluss von WASG (Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit) und PDS, der SED-Nachfolgepartei aus alten DDR-Zeiten entstanden, erzählt Steinhage.

Er sei seit 2005 Mitglied der WASG gewesen. „Ich war immer ein politischer Mensch, gehörte aber keiner Partei an. Mit der WASG hat sich das geändert, weil sie sich für die Interessen der kleinen Leute eingesetzt hat. Ich habe dann den Zusammenschluss zur Linken begrüßt, weil dadurch die Ideen einfach mehr Gewicht erhielten.“ Rund 90 Mitglieder zähle die Partei mittlerweile im Kreis Heinsberg.

Über die Hälfte seines dreiwöchigen Urlaubs hat Steinhage jetzt schon für den Wahlkampf geopfert. In seinem Fall sicher ein Job für Idealisten. Dem Thema Renten gilt dabei sein Hauptaugenmerk. „Ich denke, dass die Leute im Alter nicht in Armut leben sollten. Durch die immer fortschreitenden Rentenkürzungen ist das ein bedeutendes Thema. Es ist menschenunwürdig, wenn man nach 40 Jahren Arbeit noch zur Tafel gehen muss.“

Doch auch Kitas und die Schulbildung beschäftigen den 62-jährigen Computer-Techniker. „Es sollten keine Gebühren von der Kita bis zum Studium anfallen, damit auch Menschen aus einkommensschwachen Schichten die gleichen Chancen haben“, sagt Steinhage. Wie dies finanziert werden könnte, weiß er auch schon: „Man sollte Menschen mit einem Jahresverdienst ab 150.000 Euro aufwärts im Gegenzug stärker besteuern und den Militärhaushalt kürzen.“

Steinhage ist klar, dass seine Chancen, als Direktkandidat in den Bundestag einzuziehen, wohl denen auf einen Hauptgewinn in der Lotterie ähneln. „Die Illusion, als Direktkandidat durchzukommen, brauche ich mir nicht zu machen.“ Fünf bis zehn Prozent der gültigen Wählerstimmen rechnet er sich aus. Doch für ihn sei entscheidender, sagt er, ein Gegengewicht zu den übrigen etablierten Parteien bilden zu können und den Argumenten der Linken mehr Gehör zu verschaffen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert