Wassenberg - Myhler Musiker engagieren sich für Schulgeldprojekt

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Myhler Musiker engagieren sich für Schulgeldprojekt

Von: mb
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Engagiert: Pater Dr. Gerald Tanye Foto: Monika Baltes

Wassenberg. Am Sonntag, 19. April veranstalten Myhler Vereine in der Kirche St. Johann Baptist Myhl ein Benefizkonzert zu Gunsten des Schulgeld-Projektes in Ghana von Pater Dr. Gerald Tanye SVD. Der Quartettverein Myhl, die Mandolinenspielschar Myhl, der Kirchenchor Myhl und Jürgen Hausmann an der Orgel versprechen ein abwechslungsreiches einstündiges Konzert.

Nach dem Konzert findet ein Umtrunk im Pfarrheim statt, bei dem der in Wassenberg engagiert mitarbeitende Pater über sein Projekt informieren wird. Der Eintritt ist frei, freiwillige Spenden für das Schulgeldprojekt jedoch erwünscht.

Die Idee für dieses Projekt begleite ihn schon lange, erläutert Pater Tanye. Diese sei übrigens auch ein Teil seines Berufungsweges zum Priester gewesen. Denn das liegt ihm am Herzen: „Menschen zur Seite zu stehen, damit sie sich entwickeln und entfalten können.“

Obwohl in Ghana bereits seit 1957 eine allgemeine Schulpflicht besteht, ist Bildung immer noch Privileg und keine Selbstverständlichkeit. Es scheitert schlicht und ergreifend am zu zahlenden Schulgeld. Pater Tanye weiß, wovon er spricht. Im äußersten Nordwesten Ghanas in Jirapa/Tampaala ist er mit sieben Geschwistern aufgewachsen. Eine kleine Landwirtschaft ernährte die Familie. Er ist seinen Eltern sehr dankbar, dass sie großen Wert auf die Bildung ihrer Kinder legten, immerhin gingen sechs der acht Kinder zur Schule. Für die beiden anderen reichte es einfach nicht. „Ich wäre nicht hier ohne Schulbildung, fundierte Bildung ist die wichtigste Grundlage für eine selbstbestimmte Zukunft.“

In seinem Heimatort hat er ein ehrenamtliches sechsköpfiges Team zusammengestellt, zu dem der Pfarrer und zwei Schulleiter gehören. Vor Ort wählen sie die zu unterstützenden Kinder sorgfältig und bedarfsgerecht aus und begleiten die Familien, um einen kontinuierlichen Schuldbesuch zu gewährleisten. Die Familien sollen sich zumindest mit einem Anteil an den Ausbildungskosten zu beteiligen, „aus der Verantwortung sollen sie nicht entlassen werden“. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Bildung sei in Ghana durchaus vorhanden, das Geld manchmal leider nicht, sagt der Geistliche. Etwa 25 Euro monatlich sind nötig, um einem Kind den Grundschulbesuch zu ermöglichen, bei Berufsausbildung oder Studium erhöht sich der Betrag auf 80 Euro monatlich.

Pater Tanye will fleißig sammeln. Einmalspenden und regelmäßige Spenden sind willkommen, zudem besteht die Möglichkeit, eine Patenschaft für einen Schüler zu übernehmen. Bildung als Saatgut gegen Armut und Not. Das Projekt befindet sich noch in der Aufbauphase, einen informativen Flyer mit allen wichtigen Daten gibt es schon. In dieser Form habe er die Hilfe 2013 angestoßen, da war er zum letzten Mal in Ghana. „Zuhause“ – das klingt ein wenig wehmütig. Pater Tanye lächelt. „Oh nein, die Pfarrei hier ist wie eine Familie für mich.“ Und doch gebe es eine tiefe Verbundenheit mit der Familie in Ghana, Menschen, die eben anders seien als die Menschen hier. Nicht besser – anders.

Und dann strahlt er übers ganze Gesicht. „Ich träume von 2016.“ Denn dann wird er wieder nach Ghana reisen, seine ghanaische Familie in die Arme schließen und gewiss auch sein Schulprojekt begutachten.

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