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Musikprojekt gewinnt Nachwuchs und einen Preis

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
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Es herrscht Riesenfreude bei den Wassenberger Schülern nach dem Gewinn des Sparda-Musiknetzwerk-Preises. Foto: Falco Peters

Heinsberg/Wassenberg/Düsseldorf. Die beispielhafte Kooperation zwischen Musikverein „Eintracht“ Birgelen, der Jugendmusikschule Heinsberg, dem Instrumentalverein Effeld und den Grundschulen Birgelen und Wassenberg hat die Jury überzeugt. Das Sparda-Musiknetzwerk fördert Projekte, die der Zukunftsorientierung musikalischer Bildungsarbeit dienen und einen modellhaften Charakter haben. Einmal jährlich werden bis zu vier Projekte mit der Sparda-Musiknetzwerk-Auszeichnung prämiert.

Sie stehen für ein beispielhaftes Engagement in den Themenfeldern Willkommenskultur leben, Nachwuchs finden, Demographischen Wandel gestalten und Kulturelles Erbe pflegen. Die Auszeichnungen wurden jetzt im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Partika-Saal der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf verliehen. Sie sind mit einer finanziellen Anerkennung von jeweils 2500 Euro verbunden.

In ihrem Grußwort zu Beginn lobte Ursula Wißborn, Vorstand der Sparda-Stiftung, das Engagement aller Beteiligten und besonders das der ehrenamtlich Tätigen: „Sie tragen dazu bei, die vielfältige Kultur in unserem Land in Bewegung zu halten.“

Vor Ort präsentierten sich die frisch gebackenen Ausgezeichneten auch mit einem Musikbeitrag. Die Auftritte selbst spiegelten die große Vielfalt der prämierten Projekte wieder und begeisterten das Publikum im voll besetzten Partika-Saal. Land und Kommunen wurden vertreten durch Thomas Baerens vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, die Bürgermeister der Städte Heinsberg und Wassenberg, Wolfgang Dieder und Manfred Winkens, sowie den 1. stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Siegen Jens Kamieth.

Egal ob Gitarren oder Geigen, Grundschüler oder junge Erwachsene, Laien oder Profis, klassische, moderne oder orientalische Klänge – alle Beteiligten brachten ihre Liebe zur Musik enthusiastisch zum Ausdruck.

Die umfassende Kooperation zur Nachwuchsförderung zwischen Musikverein „Eintracht“ Birgelen, Jugendmusikschule Heinsberg, Instrumentalverein Effeld und den Grundschulen Birgelen und Wassenberg war offenbar überzeugend. Begonnen hat die Zusammenarbeit bereits 2011 mit der Gründung eines Kooperationsteams. 2013 startete die erste Bläserklasse an der Grundschule Birgelen schon als Kooperationsprojekt mit beiden Musikvereinen und der Musikschule.

Die Orchesterproben finden vormittags in der Grundschule statt, der Kleingruppenunterricht im Rahmen der OGS. Die Grundschule Wassenberg kam 2014 mit einer Bläserklasse hinzu. Klug gedacht, auch der Übergang in die weiterführenden Schulen wird vom musikalischen Kooperationsteam gestaltet: Die „Music Kids“ wurden als Ensemble gegründet, um das gemeinsame Musizieren über den Schulwechsel hinweg zu ermöglichen. An der Betty-Reis-Gesamtschule kommt als Pilotprojekt eine Bläserensemble-AG hinzu.

Und auch an weiteren Plänen mangelt es nicht in Wassenberg: die „Music Kids“ sollen ausgebaut werden, die ebenfalls etablierten Blockflöten-AGs an den Grundschulen werden ergänzt durch die Rhythmus-AG „Rhythm Kids“, für ältere Einsteiger, also Eltern und Großeltern, entsteht das Konzept „Spätzünder“. Weitere Musikvereine sollen mit ins Team.

Marion Sanders, die stellvertretende Vorsitzende des Musikvereins „Eintracht“ Birgelen, sei es gewesen, die den Stein ins Rollen brachte, sagt der Leiter der Heinsberger Jugendmusikschule, Theo Krings. Er war übrigens schon vor zwei Jahren mit der Rurtalschule und der Hauptschule Oberbruch beim Sparda-Musiknetzwerk in der Kategorie Bildung erfolgreich.

Dozenten kommen zur OGS

Marion Sanders nahm sich nach eigener Aussage vergleichbare Kooperationsprojekte aus dem süddeutschen Raum zum Vorbild. Ab der dritten Klasse hätten die Kinder der teilnehmenden Grundschulen nun die Wahl zwischen einem „normalen“ Musikunterricht oder der Teilnahme an einer Bläserklasse. „Der Vorteil ist, die Dozenten aus dem Musikverein kommen zu den OGS-Zeiten in die Schule, die Kinder müssen nicht in den Verein, wenn sie nicht wollen.“

Dass die Musikvereine natürlich hofften, dennoch auf diesem Wege Nachwuchs zu gewinnen, stehe außer Frage. Gleich bei der ersten Bewerbung um den Förderpreis so einen Erfolg zu haben, hatte die Querflötistin dennoch überrascht. „Das ist absolut nicht normal und eine tolle Geschichte“, lässt sie ihrer Begeisterung freien Lauf. „Aus einer kleinen Quelle hat sich ein riesiges Projekt entwickelt“, sagt Krings. Der Gewinn, darin sind sich alle einig, soll natürlich in das erfolgreiche Kooperationsprojekt fließen.

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