Musiker mit außerordentlicher Spielfreude

Von: Dettmar Fischer
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Mit seiner ansteckenden Spielfreude begeisterte das Tamara-Lukasheva-Quartett die Zuhörer bei der jüngsten Auflage von „Jazz im Rondell“ im Heinsberger Klevchen. Foto: Dettmar Fischer

Heinsberg. Das preisgekrönte Tamara-Lukasheva-Quartett gastierte im Rahmen der Reihe „Jazz im Rondell“ im Heinsberger Klevchen. Tamara Lukasheva brauchte nicht lange, um ihre Zuhörer davon zu überzeugen, dass ihr der Ruf „eine der besten Stimmen im deutschen Jazz“ zu sein, zurecht vorauseilt.

Bereits ins dritte Jahr geht „Jazz im Rondell“ auch dank der Unterstützung der Volksbank, wie Mitorganisator Theo Krings erwähnte. Und die Konzertreihe ist stets für eine Überraschung gut.

Tropfen auf der Oberfläche

Das Tamara-Lukasheva-Quartett hatte gleich mehrere Überraschungen parat. Wer hat schon mal das Eintauchen eines Wassertropfens in eine glatte Wasseroberfläche gehört? Sicherlich jeder. Doch wer hat schon einmal versucht, dieses Geräusch mit seiner Stimme nachzuahmen? Tamara Lukasheva tat es, und man schaute sich verblüfft um nach einem kleinen See. Der „Junge Deutsche Jazz Preis Osnabrück 2014“ und der zweite Platz beim „Keep an Eye Jazz Award Amsterdam 2015“ zeugen vom Potenzial und der außerordentlichen Spielfreude der Musiker.

Tamara Lukasheva, in Odessa geboren, lebt seit Oktober 2010 in Köln. Ihre Mitspieler kommen aus Dresden (Sebastian Scobel am Piano), Gießen (Jakob Kühnemann am Kontrabass) und Willisau in der Schweiz (Dominik Mahnig am Schlagzeug).

Glücklicherweise trafen die vier sich in Köln zum Studium und spielen nun „ukrainische Volksmusik“. Das könnte furchtbar werden oder wie im Fall des Tamara-Lukasheva-Quartetts wunderschön. Eigentlich bildet die „ukrainische Volksmusik“ nur so eine Art Alleinstellungsmerkmal dieses Quartetts.

Tamara Lukasheva, immer ein wenig den Schalk im Nacken, nutzt ihre Wurzeln brillant, um dem Jazz ein paar neue Töne zu geben. Lukasheva: „Als ich nach Deutschland kam, ging ich abends Joggen, am Fluss, der war ganz dunkel, ein bisschen gefährlich – wie meine Musik, manchmal, manchmal auch nicht.“

Etwas Geheimnisvolles hat diese Musik, die auf Lukashevas Kompositionen gründet, und einen Zauber. Dominik Mahnig am Schlagwerk nutzte seine Instrumente mit großem Einfallsreichtum. Leere Erdnussbüchsen handhabt er ebenso virtuos wie etwas, das aussieht wie ein zu groß geratener Kamm, der dem Becken ebensolche vieldeutigen Geräusche entlockt wie ein Trommelstock, der nicht schlägt, sondern nur über das Becken kratzt.

„Bei aller hintergründigen Komplexität strahlen die Kompositionen eine eindringlich dichte Atmosphäre aus, die das Publikum in eine bemerkenswerte neue Welt einlädt“, hat mal einer geschrieben, dem ist nichts hinzuzufügen. „Patchwork of Time“ heißt die erste CD des Tamara-Lukasheva-Quartetts.

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