Musiker demonstriert die Möglichkeiten der Seifert-Orgel

Von: anna
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Organist Jo Loupen begeistert im Rahmen des Limburger Orgelfestivals an der Seifert-Orgel im Heinsberger Selfkantdom. Foto: anna

Heinsberg. Vier Wochen lang lädt die Stiftung der Orgelfreunde im benachbarten niederländischen Limburg zu einem Orgelfestival ein. Nach dem Auftakt am 14. Juli mit der Weltpremiere einer ganz neuen Komposition für Orgel und Bläserensemble in Weert erklingen die Orgeln an 25 verschiedenen Orten der Region.

Nicht nur niederländische Instrumente sind dabei zu hören, sondern in Kooperation mit der Kulturgemeinde Heinsberg und den beiden Pfarreien auch die Seifert-Orgel in der Kirche St. Gangolf in Heinsberg, dem sogenannten Selfkatdom, und die Scholz-Orgel in St. Nikolaus in Waldenrath.

Rund 100 begeisterte Zuhörer zählte die Stiftung beim Konzert in St. Gangolf. Viele waren von weit her gekommen, vor allem aus den benachbarten Niederlanden und aus Belgien, wie die Nummernschilder auf dem Parkplatz verrieten. Die Orgel klinge „wunderbar“ erzählte Jo Loupen beim Einspielen. Dabei bewunderte er auch die elektronische Setzeranlage, über die diese 1993 erbaute und erst 2015 komplett restaurierte Orgel verfügt.

In den Niederlanden habe man ein eher „historisierendes Blickfeld“, erklärte der versierte Organist. Da die Kirche in Deutschland mit mehr Geld ausgestattet sei, habe man sich hier öfters entschlossen, ein modernes Instrument zu bauen.

Romantisches Programm

Loupen, der als Kirchenmusiker in Heerlen und Landgraaf tätig ist, darüber hinaus aber auch Konzertorganist ist, hatte für das Konzert in Heinsberg ein romantisches Programm ausgewählt mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), Frank Bridge (1879-1941) und Louis Vierne (1870-1937). Seine Lieblingsstücke seien dies nicht, betonte er. Er habe die Stücke wegen des Heinsberger Instruments ausgewählt.

Wie gut sie darauf klingen, erfuhren die Zuhörer dann in dem einstündigen Konzert. Zum Auftakt spielte Loupen die Ouvertüre zum Oratorium Paulus in einer Transkription für Orgel von Thomas William Best. Dabei handelt es sich um ein Frühwerk des bekannten Komponisten, das eigentlich ein vertonter Bibeltext ist und die Wandlung des Saulus zum Paulus nachvollzieht. In eindrucksvollem Spiel ließ der Organist das Publikum Einblick nehmen in die Gedankenwelt des Saulus auf dem Weg zur und im Moment seiner Bekehrung.

Es folgte das Adagio in E Major von Frank Bridge. Trotz seines nicht umfangreichen Werkes gilt dieser englische Komponist, Bratschist und Dirigent heute als einer der bedeutendsten Komponisten Großbritanniens. Einer seiner bekannten Schüler war Benjamin Britten. Bereits mit diesem original für Orgel geschriebenen Werk schaffte es Loupen, seinen Zuhörern die Möglichkeiten der Heinsberger Seifert-Orgel zu demonstrieren, mit ganz leisen Tönen und den ganz lauten, die das große Kirchenschiff vollständig ausfüllten.

Den Gedanken freien Lauf lassen

Mehr noch gelang ihm dies aber mit der ersten Symphonie, Opus 14, von Louis Vierne, der einst Organist an der berühmten Kirche Notre Dame in Paris war. Schon im Prélude begeisterte Loupen mit seinem kraftvollen Spiel. Es folgten die Fuge mit einem fulminanten Schluss und die Pastorale, bei der jeder mit Blick ins Kirchenschiff seinen Gedanken freien Lauf lassen konnte.

Nach deren überraschend kurzem Schluss folgte das Allegro Vivace. Weniger fulminant als eher sehr melodisch leitete der Organist über in das eher etwas behäbig daherkommende Finale, dessen Volumen aber sehr beeindruckend auch die ganz feinen Zwischentöne zuließ.

Ein begeistertes Publikum nutzte nach dem Konzert unter der Orgel noch die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit dem Musiker.

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