Musikcorps beim Oktoberkonzert in allerbester Spiellaune

Von: Utz Schäzle
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Großartig: Das Musikcorps Braunsrath unter der Leitung von Steven Walker bei den Herbstkonzerten in der Festhalle Oberbruch. Foto: Utz Schäzle

Heinsberg-Oberbruch. Ein besonderes Hörerlebnis wurde den Besuchern der Oktoberkonzerte des Musikcorps Braunsrath in der Festhalle Oberbruch geboten. Das 75 Mitglieder starke große Blasorchester unter der Leitung des Dirigenten Steven Walker bot ein abwechslungsreiches und hörenswertes Programm auf hohem musikalischem Niveau mit sinfonischer Blasmusik von klassisch bis modern.

Zusammen mit hervorragenden Arrangements aus Rock, Pop und Jazz war für jeden Zuhörer etwas dabei.

Mit dem Eröffnungsklassiker von Richard Strauß „Also sprach Zarathustra“ wurde das Publikum auf eine musikalische Reise eingestimmt, die von Moderator Thorsten Neumann in einer Synthese zwischen witzigem, unterhaltsamem und themenbezogenem „Kabarett“ mit vielen gekonnten Wortspielereien fantastisch angekündigt wurden.

Die „Ouvertüre für Harmoniemusik op. 24“ ist ein Werk der Hochromantik und wurde von Felix Mendelssohn-Bartholdy im Alter von 15 komponiert. Beginnend mit einer langsamen lyrischen Einleitung, getragen von den Hörnern und Klarinetten, zeigte das Orchester seine enorme Modulationsfähigkeit, welche sich mit viel spritziger Rhythmik und virtuoser Melodik zu einem Klangbild romantischer Musikästhetik entwickelte. Mit seiner sehr emotionalen Zeichengebung forderte der künstlerische Leiter Steven Walker eine Höchstleistung von seinen Braunsrather Musikerinnen und Musikern.

Diese so überzeugend aufgeführte Darstellung und Interpretation fand ihre Fortführung in Jean Sibelius‘ sinfonischem Gedicht „Finlandia“, der einst heimlichen Hymne des im Widerstand stehenden Finnlands.

Überzeugend in Ausdruck, Komposition und Arrangement, aber auch eine Herausforderung für ein Blasorchester sind die Volkstänze („Folk Dances“) von Dimitri Schostakowitsch. In diesem technisch anspruchsvollen zeitgenössischen Werk wurden die einzelnen Register der Blech- und Holzbläser sowie der Schlagzeuger außerordentlich gezielt und effektiv eingesetzt.

Die unverwechselbare Stimme von Joe Cocker inspirierte Steven Walker die erfolgreichsten Welthits des Rockstars in einem fantastischen Arrangement für großes Blasorchester zu vertonen. Die „Percussionabteilung“ war permanent gefordert, das spielfreudige Musikcorps Braunsrath zeigte sich in allerbester Spiellaune.

Dem Zauber des Orient auf der Spur war das Ensemble mit „Arabien Dances“, und mit „A Tribute to Louis Armstrong“ setzte man dem Satchmo ein musikalisches Denkmal. Der lockere Sound des Orchesters lebte von den hippen, treibenden Basslinien, dabei bewiesen Bandleader Steven Walker und seine „Big Band“, dass sie nicht nur Blasmusik auf bekannt hohem Niveau spielen, sondern dass sie mit Spaß und Freude – und richtig locker – bei der Sache sind.

Mit einem schmissigen Finale und mit der unvergesslichen Musik von Count Basie endete das niveaureiche Herbstkonzert des Musikcorps Braunsrath, dem nach langen Ovationen noch drei Zugaben folgten.

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