Musik verbindet Kulturen mit Leichtigkeit

Von: Monika Baltes
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Wegberg-Beeck. Strahlend nahmen sie den nicht enden wollenden Applaus entgegen. Die fünf chinesische Pianisten wirkten fast ein wenig überrascht angesichts so viel Anerkennung der begeisterten Zuhörer im Vincentiushaus Beeck.

Zum zweiten Mal hatte der Kulturförderkreis Opus 512 fünf jungen chinesischen Pianisten die Gelegenheit gegeben, die Ergebnisse aus dem Meisterkurs unter der Leitung von Xin Wang und Professor Tomislav N. Baynov öffentlich zu präsentieren. Der „Internationale Klaviermeisterkurs“ ist ein kultureller Austausch zwischen China und Deutschland. Die Kursteilnehmer sind Studenten des Musikinstituts der Normal University Hohhot/China, dieses Projekt wurde durch die enge Zusammenarbeit zwischen der am Musikinstitut der Universität lehrenden Professorin Ying Meng und der in Aachen lebenden Pianistin Xin Wang ermöglicht.

Die erst neunjährige Din Ta Li Ya hatte das Publikum sofort in ihrem Bann. Neben Werken von Bach und Haydn präsentierte sie das „Arbeiterlied“, eine chinesische Komposition von Hong Xinshan Shan Fang Guang Cai. Zwölf Jahre jung ist Cui Jin Yu, sie begeisterte das Publikum mit ihren Interpretationen von Bach und Mozart sowie der chinesischen Komposition „Flöten und Trommeln im Sonnenuntergang“.

Drei weitere erwachsene Teilnehmer des Meisterkurses stehen kurz vor dem Studienabschluss an der Universität. Toa Yun Xuan interpretierte die chinesische Komposition „Der Phoenix“, Lu Yao Yuan, der einzige männliche Teilnehmer unter den Musikern ergänzte das Programm mit der Revolutionsetüde von Chopin und der Ungarischen Rhapsodie von Liszt, und Zhang Xiao Qi steuerte Bach und Beethoven bei. Allesamt Ausnahmemusiker, die in Beeck mit so langanhaltenden Beifall bedacht wurden, dass sogar eine Zugabe (gespielt von der jüngsten Musikerin) fällig wurde.

Mit informativen Moderationen begleitete Florian Koltun die Veranstaltung. Er wusste nicht nur von den Herausforderungen der einzelnen Stücke an den Musiker zu berichten, sondern erklärte auch die Motivation für den Meisterkurs in Deutschland. Die Musikstudenten beschäftigen sich mit der europäischen Klavierdidaktik. Innerhalb verschiedener Unterrichtseinheiten werden pianistische und pädagogische Aspekte erarbeitet und mit der chinesischen Unterrichtsphilosophie untersucht. Der Meisterkurs bemühe sich, auch Eindrücke aus Deutschland an die jungen Musiker zu vermitteln. Während des zehntägigen Aufenthalts in Deutschland arbeiten die Teilnehmer intensiv und leben als kleine Musik-Familie zusammen. „Mittags kochen wir europäisch, abends wird immer chinesisch gegessen“, fügte er schmunzelnd hinzu.

Zeit blieb auch für einen Besuch der Carolus-Therme, „in Aachen ein absolutes Muss“. Denn „man muss die Kultur, aus denen die Komponisten kommen, kennen“, ist Koltun überzeugt. „Wer nur Tasten bewegt, wird nie ein guter Musiker werden, bestenfalls ein Handwerker – aber nie ein Meister“. Ein außergewöhnliches Konzert mit außergewöhnlichen Musikern, das wieder einmal bewies, dass Musik mit Leichtigkeit Nationen und Kulturen verbinden kann.

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