Heinsberg - „Musik verbindet als universelle Sprache“

„Musik verbindet als universelle Sprache“

Von: Guenter Kleinen
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Das Ensemble Aghani mit syrischen, türkischen und irakischen Musikern will einen Beitrag zur interkulturellen Kommunikation leisten. Foto: gk

Heinsberg. Überschäumendes Leben auf den Straßen und auf den Plätzen der Innenstadt. Von der Stiftsstraße bis zum Begas-Haus, vom Markt bis zum Rathausplatz: Es war „Stadtfestsonntag“ in Heinsberg. Und mittendrin, nur ein paar Meter außerhalb der belebten Hochstraße, ein Ort der Stille, der Kontemplation. Unmöglich? Und doch Realität.

Die Christuskirche an der Erzbischof-Philipp-Straße hatte eingeladen zu der Premiere eines außergewöhnlichen Ensembles: Musiker aus Syrien, dem Irak und der Türkei, die in einem Flüchtlingsprojekt zueinander gefunden haben, hatten sich unter der Leitung der deutschen Sängerin Agnes Erkens zu ihrem ersten öffentlichen Auftritt zusammengefunden. Und die Kirche war gut gefüllt.

Von unterschiedlichen, zunächst nicht sichtbaren Standorten in der Kirche erklangen die Stimmen der Musiker und Sänger zur Begrüßung. Dann gingen sie zum Altarraum und nahmen im Halbrund Platz, um die ersten Lieder zu spielen.

Nach einem konzertanten Intro begrüßte die Sängerin und Projektleiterin das Publikum und stellte das Weltmusik-Projekt vor, das von ihr und dem Katholischen Forum ins Leben gerufen worden war: „Musik verbindet Menschen, Völker und Kulturen unserer Welt, als eine universelle Sprache. Dort, wo kulturelle und ethnische Gegebenheiten eine Begrenzung oder auch Barriere für Begegnung, Kommunikation und Nähe sind, vermag die Musik diese zu durchdringen, zu erweitern und zu ermöglichen“, sagte Agens Erkens. „Deshalb spielt die Musik auch in unserem Flüchtlingsgeschehen eine wesentliche Rolle für die Integration und das Zusammenleben“, erklärte sie den Besuchern.

Der erste Teil des Programms waren Lieder aus dem „Hohelied Salomons“, gesungen in Althebräisch. Nach und nach kamen die anderen Musiker dazu, um instrumental zu begleiten. Anschließend intonierte der türkische Musiker Erdal Aslan ein ergreifendes Lied aus seiner Heimat, „Ein Freund“, das seine große Virtuosität auf seinem Saiteninstrument offenbarte. Agnes Erkens stellte vor den Programmteilen die Musiker und ihre Lieder vor. Der zweite Programmteil, der von der syrischen Sängerin und Sazspielerin Sakia Mohammed gestaltet wurde, begann mit dem A-capella-Lied „Schicksal“, wurde aber in den weiteren Stücken von allen Musikern begleitet.

Den dritten Programmteil gestaltete der syrische Musiker und Sänger Waqed Saadi. Mit den Liedern „Winter“, „Ich habe ein Mädchen gesehen“ und einem Lied der kurdisch-normadischen Wandervölker. Das letzte Lied „Blumen“ wurde von allen Musikern gemeinsam vorgetragen. Das Publikum war begeistert und berührt und zeigte dies durch stehende Ovationen und nicht enden wollendem Applaus.

Agnes Erkens stellte die Bereitschaft des Ensembles Aghani heraus, weitere Konzerte zu geben und dazu öffentliche Möglichkeiten von Institutionen, Kirchengemeinden oder Vereinen wie auch private Anlässe anzunehmen. „Schließlich soll die Intention mit dem Ziel, einen Beitrag zur Integration in der Region zu leisten, möglichst viele Menschen erreichen.“

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