„Musik in St. Gangolf“: Ungewöhnlich und hochklassig

Von: Anna Petra Thomas
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In der Reihe „Musik in St. Gangolf“ waren Rebekka Zachner und Hans-Josef Loevenich in Heinsberg zu Gast. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Zwei Instrumente in ungewöhnlicher Kombination, die Viola und die Kirchenorgel, präsentierten Kulturgemeinde und Heinsberger Propstei in der Reihe „Musik in St. Gangolf“. Rebekka Zachner (Viola) und Hans-Josef Loevenich (Orgel) hatten ihr Konzert mit dem Titel eines der von ihnen dargebotenen Stücke überschrieben.

 „Chanson de Nuit“ hieß es, und weiter: „Romantische Musik für Viola und Orgel“. Rebekka Zachner hat das Orchesterfach Bratsche studiert und arbeitet als freischaffende Künstlerin mit mehreren Orchestern und auch als Solistin. Hans-Josef Loevenich studierte Kirchenmusik, Musikpädagogik, Orgel und Cembalo. Er ist in Düren Regionalkantor und Musikdirektor, leitet mehrere Chöre und Orchester.

Unten in der Kirche erläuterte Rebekka Zachner den Zuhörern zunächst die Herkunft des ebenfalls für ihr Instrument genutzten Namens „Bratsche“. Dies sei eine Umformung der italienischen Bezeichnung „Viola da braccio“ (Armgeige), erklärte sie. Hans-Josef Loevenich betonte, dass es nicht einfach sei, Literatur zu finden für die ungewöhnliche Kombination ihrer Instrumente. So müssten viele Stücke bearbeitet werden oder erst neu komponiert werden.

Oben auf der Orgelbühne präsentierten die beiden dann vier Sätze aus der Sonate g-Moll op. 5 von Arcangelo Corelli (1651-1713), einem italienischen Komponisten und Violinisten des Barock. Sein virtuoser Musizierstil wurde zur Grundlage der modernen Violintechnik des 18. und 19. Jahrhunderts und beeinflusste zahlreiche Komponisten.

Es folgten drei Sätze aus dem Konzert in C-Moll im Stile von Johann Christian Bach. Dieses Werk des französischen Komponisten und Bratschisten brachten die beiden Musiker ebenso beeindruckend zu Gehör.

Eingebettet in zwei Soli von Hans-Josef Loevenich auf der Orgel, „Liebster Jesu wir sind hier“ von Moritz Brosig (1815-1887) und „Mit Gott will ich fahren“ von Mons Leidvin Takle (1942), überraschte Rebekka Zachner am Altar im Solo mit einer Eigenkomposition. Drei Stücke, die ganz besondere Gefühle ausdrücken sollten und die auch die entsprechenden französischen Namen hatten: „Jalousie“ für Eifersucht, „Douleur“ für Schmerz und „Danse“ wie Tanz, „ein Tanz, wie das Leben so spielt“, ergänzte die Komponistin. Sie erntete großen Applaus für die Aufführung dieses eigenen Werks.

Den Schlussteil, im Duett wieder auf der Orgelbühne, begannen die beiden mit der Romanze von Johann Severin Svendsen (1849-1911), ehe sie mit dem „Chanson de Nuit“ und dem „Chanson de Matin“ von Edward Elgar (1857.1911) ihre Aufführung abschlossen, die sicherlich mehr Besucher verdient gehabt hätte. Diejenigen Musikfreunde die gekommen waren, spendeten stehend Beifall, was ihnen als Zugabe den Genuss eine Komposition von Astor Piazzolla bescherte.

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