Aachen/Hückelhoven - Mordfall Schmitz: Anklage steht bevor

Mordfall Schmitz: Anklage steht bevor

Von: gego
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Die Spurensicherung untersucht den Fundort der Leiche. Foto: Peter Kerkhoff

Aachen/Hückelhoven. Gegen den Fraktionsvorsitzenden der Linken im Rat der Stadt Hückelhoven, Manfred Hämmerle, wird in Kürze Anklage erhoben. Das teilte die Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft auf Anfrage dieser Zeitung mit.

Hämmerle steht im Verdacht, gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen zu haben. Die Mindeststrafe beträgt ein Jahr Haft. Oberstaatsanwalt Peter Aldenhoff rechnet damit, „im Februar oder März Anklage gegen Hämmerle erheben” zu können.

Hämmerle hatte im Laufe der Ermittlungen gegen den im Januar 2010 erschossenen Augenarzt aus Erkelenz, Udo Schmitz, gestanden, diesem illegal eine Maschinenpistole verkauft zu haben. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass es sich bei dieser Maschinenpistole um die Mordwaffe handeln könnte, die nach wie vor verschwunden bleibt.

Die Anklageerhebung hat sich deutlich verzögert, weil die Staatsanwaltschaft auf weitere Waffengutachten aus dem Landeskriminalamt (LKA) wartet. Die Gutachter des LKA aber waren zuletzt überwiegend mit dem Fall des verschwundenen Mirko in Grefrath befasst. Aldenhoff geht davon aus, dass ihm die noch ausstehenden zwei Gutachten bis Ende des Monats zugestellt werden.

Hämmerle ist der einzige Verdächtige, den die Mordkommission im Fall Udo Schmitz je als Täter in Betracht zog. Der Politiker war mit Schmitz befreundet und hatte zugegeben, ihm illegal eine Sten-Maschinenpistole verkauft zu haben. Mit einer Waffe desselben Typs war Schmitz erschossen worden. Hämmerles Alibi für die Tatzeit konnten die Ermittler seinem Rechtsanwalt zufolge nach mehreren Vernehmungen jedoch nicht widerlegen.

Im Mordfall Udo Schmitz gibt es weiterhin keine Spur, auch die Thematisierung des Falles in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst” brachte die Ermittler nicht weiter. Das Ermittlungsverfahren steht daher vor der Einstellung.
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