Heinsberg - Mord in Heinsberger Maisfeld: Auch nach einem Jahr nicht aufgeklärt

Mord in Heinsberger Maisfeld: Auch nach einem Jahr nicht aufgeklärt

Von: Markus Peters, ddp
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Leiche / Heinsberg / Maisfeld / Alexandra B.
Mit einem großen Gentest suchen die Ermitter nach dem Mörder der 24-jährigen Alexandra B. Quelle: Polizei Heinsberg

Heinsberg. Fast ein Jahr nach dem Fund einer ermordeten jungen Frau in einem Maisfeld bei Heinsberg-Randerath ist der Fall immer noch ungeklärt. Derzeit gebe es keine neuen Anhaltspunkte, die zum Täter führen könnten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Aachen auf ddp-Anfrage.

Ein Landwirt hatte am 9. Juni 2008 die Leiche der 24-jährigen Düsseldorferin gefunden. An der entstellten und schon teilweise verwesten Leiche konnten zwar DNA-Spuren und Fingerabdrücke gesichert werden, eine heiße Spur zum Täter haben sie aber bislang nicht geliefert. Neben der Toten wurde eine Plane gefunden, mit der die Leiche offenbar transportiert wurde.

Die junge Frau war am 3. Juni zuletzt lebend im Bereich des Düsseldorfer Hauptbahnhofs gesehen worden. Medienberichten zufolge bewegte sich das Opfer im Drogen- und Alkoholikermilieu.

Die Staatsanwaltschaft macht dazu ebenso wenig Angaben, wie zu der Todesursache und ob ein Sexualdelikt vorliegt. Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass die Frau offenbar persönliche Beziehungen in den Raum Randerath hatte.

Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft eine freiwillige DNA-Reihenuntersuchung bei etwa 1200 Männern im Alter zwischen 16 und 60 Jahren aus der Region veranlasst. Auch diese Aktion brachte den Mordermittlern keinen Durchbruch.

Auch die Festnahme eines 46 Jahre altern Mannes aus Linnich erwies sich letztlich als Sackgasse. Der Beamte hatte sich wenige Tage nach dem Leichenfund bei den Ermittlern gemeldet und angegeben, öfter an der Fundstelle spazieren gegangen zu sein.

Er geriet zunehmend in den Fokus der Ermittlungen und wurde schließlich unter dringendem Tatverdacht in Untersuchungshaft genommen.

Dagegen klagte er vor der Beschwerdekammer des Aachener Landgerichts und bekam recht. Nach Überzeugung der Richter konnte die Staatsanwaltschaft keine objektiven Beweise gegen den Mann vorlegen. Der 46-Jährige wurde wieder aus der Haft entlassen.

Die Mordkommission überprüfte auch einen Zusammenhang zu zwei weiteren ungeklärten Frauenmorden in der Region. In beiden Fällen waren die Leichen an Maisfeldern entdeckt worden. Dies sei aber auch eine der wenigen Parallelen zwischen den Taten, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Während im Fall des Mordes von Randerath der Fundort wohl nicht der Tatort sei, waren bei den beiden anderen Taten die Frauen wohl während eines Spazierganges überrascht und an Ort und Stelle getötet worden. Auch waren die Oper mit 47 und 50 Jahren deutlich älter als die Düsseldorferin.

Der Mord an der 24-Jährigen beschäftigt die Menschen in Randerath bis heute. In die Schlagzeilen ist der kleine Ort in letzter Zeit jedoch wegen eines anderen Falls geraten.

Seit Anfang März lebt der Sexualstraftäter Karl D. nach seiner Haftentlassung im Haus seines Bruders in Randerath. Der 57-Jährige aus Oberbayern hatte drei Mädchen vergewaltigt und dafür insgesamt 20 Jahre Haft verbüßt.

Obwohl Gutachter ihm ein hohes Rückfallrisiko bescheinigen, lehnte das Landgericht München einen Antrag auf nachträgliche Sicherungsverwahrung ab.

Seitdem demonstrieren Einwohner des Ortes regelmäßig vor dem Wohnhaus der Brüder und hoffen darauf, dass eventuell der Bundesgerichtshof in Karlsruhe doch noch dafür sorgt, dass Karl D. wieder in Haft kommt.
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