Moorheider wollen Raser bremsen

Von: wich
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Eine beliebte Abkürzung von Tüschenbroich nach Gerderath. Die Anwohner der Moorheide setzen sich für verkehrsberuhigende Maßnahmen ein. Foto: wich

Erkelenz-Moorheide. Wer den kleinen Ort kennt, möchte nicht glauben, dass dort verkehrsberuhigende Maßnahmen nötig sein könnten. Moorheide liegt eigentlich in einer Sackgasse. Durchfahrtsverkehr besteht zumeist aus landwirtschaftlichen Fahrzeugen – und dem Berufsverkehr.

Denn: Über die idyllische kleine Straße und den angrenzenden Feldweg kann man gut abkürzen und spart sich auf dem Weg zur oder von der Arbeit die Gerderather Kreuzung. Auch als Alkoholschleichweg wird das schmale Sträßchen gerne genutzt.

Das ist den sieben Anwohnerparteien schon länger ein Dorn im Auge und so schickten sie sich an, Fakten zu schaffen. Fahrbahnschweller müssten her, beschlossen sie und wendeten sich mit einer entsprechenden Bitte an die Stadt. Und mit einem ungewöhnlichen Angebot, denn sechs der sieben Anlieger hatten sich bereit erklärt, die Schweller auch zu bezahlen.

Ein entsprechendes Angebot, das die Stadt also einholte, belief sich auf 1915,33 Euro. Wenige Tage später zahlten die Moorheider den Betrag ein und bekamen mitgeteilt, dass der Vorgang einen Monat dauern könnte. Das war im November, wie Gabi Vallenthin berichtete.

Woran die Verzögerung lag, erfuhren sie und ihre Mitstreiter auch. Der Fall habe „eine politische Dimension“ und müsse deshalb im zuständigen Gerderather Bezirksausschuss beraten werden. Vor der Beratung trafen sich der Ausschussvorsitzende Peter London und die Ausschussmitglieder zur Ortsbesichtigung in Moorheide.

„Ich habe zuerst geschmunzelt, als ich von dem Thema erfahren habe“, räumte London ein. Denn er habe Moorheide als ruhigen Ort eingeschätzt. Vallenthin und die anderen Anwohner wussten von nächtlichen Rennen, sechs Meter langen Bremsspuren und umgepflügten Wiesen zu berichten. „Wir wollen ja keine Sperrung der Straße“, betonte Jens Glamann. „Aber die Fahrer sollen abbremsen und in einem angemessenen Tempo fahren.“

Doch statt Verständnis für die Sorgen der Anwohner habe es eher Drohungen und obszöne Gesten gegeben. Geplant waren je zwei Schwellen in einem Abstand von 40 Metern zueinander. Die sollten den Verkehr abbremsen und ein Beschleunigen entlang der Häuser unmöglich machen.

Der stellvertretende Bürgermeister Walter von der Forst wusste eine andere Lösung und brachte die sogenannten Wannenkiller ins Spiel. Diese stellen für normale PKW ein unüberwindbares Hindernis dar, können aber von landwirtschaftlichen Fahrzeugen, Krankenwagen und Bussen problemlos passiert werden.

Seine vorgeschlagene Kombination aus zwei Schwellern an der Einmündung des Feldweges in Richtung Landstraße und besagtem „Wannenkiller“ an der Abbiegung nach Gerderath fand bei Anwohnern wie Ausschussmitgliedern gleichermaßen Anklang.

So weit so gut? Nicht ganz. Denn wo ein solcher „Wannenkiller“ installiert wird, muss aus Gründen der Fairness und Sicherheit auch eine Laterne stehen, um auf das Hindernis aufmerksam zu machen. Und die kann nicht einfach so aufgestellt werden.

Vor allem nicht für knapp 2000 Euro, die die Moorheider ja schon gezahlt haben. Was eigentlich ganz einfach schien, rückt in weite Ferne. Gabi Vallenthin und ihre Mitstreiter lassen aber nicht locker. Nach einer befriedigenden Lösung wird derzeit gesucht.

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