Mobile Kirche aus Heinsberg rollt auf Berliner Alexanderplatz

Von: Anna Petra Thomas
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Kirche auf Rädern: Mit dieser innovativen Idee ist die evangelische Gemeinde Heinsberg im Mai auf dem Kirchentag in Berlin vertreten. Ende vergangenen Jahres war sie an Pfarrer Sebastian Walde (l.) übergeben worden. Foto: Anna Petra Thomas
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Glocke für die mobile Kirchen: Marcel Schuckel (l.) und Sebastian Walde suchen nach einem Platz für das Geschenk.

Heinsberg. Zuerst hatte Pfarrer Sebastian Walde abgesagt, wollte er doch an Christi Himmelfahrt mit seiner neuen, mobilen Christuskirche am Lago Laprello einen Gottesdienst im Freien feiern. Nun ist er doch dabei und wird mit dem kleinen Anhänger, seiner mobilen Kirche, beim 36. evangelischen Kirchentag vom 24. bis 28. Mai in Berlin stehen.

Ihren Platz wird die kleine Kirche neben der Marienkirche im Schatten des Fernsehturms am Alexanderplatz haben. „Zentrum Berlin.Zukunft.Kirche“ lautet das Motto des Kirchentags. „Ich bin schon ganz gespannt, was es sonst noch an innovativen Ideen in unserer Kirche gibt“, sagt er. Gemeinsam mit Küster Markus Wöhlert wird er die mobile Heinsberger Christuskirche präsentieren.

Aufbau wird erweitert

Damit die kleine Kirche für ihren großen Auftritt gut gerüstet ist, wird sie derzeit noch weiter ausgebaut. So erweitern Marcel Schuckel und seine Mitarbeiter im Dremmener Messebau-Unternehmen Dr. Holzinger derzeit den von ihnen gespendeten Kirchen-Aufbau auf dem Hänger. Hinter den rückwärtigen Schiebewänden werden noch jede Menge Schubfächer eingebaut, damit Walde und Wöhlert auch alles gut verstauen können, vor allem während ihrer Reise nach Berlin.

So soll zum Beispiel noch eine kleine Maschine angeschafft werden, die es Walde erlaubt, unter freiem Himmel oder dem Vordach der kleinen Kirche bei einem guten Kaffee mit den Kirchentagsbesuchern ins Gespräch zu kommen. Und läuten können die beiden jetzt vor ihren Andachten auch. Die Alten- und Pflegeheime St. Josef haben der mobilen Christuskirche dafür die Glocke geschenkt, die früher im Heim in Selfkant-Höngen vor den Gottesdiensten geläutet wurde.

Eingebunden ist die mobile Christuskirche auch in die sogenannten Tagzeitengebete des Kirchentags, die morgens, mittags, abends und nachts angeboten werden. Dabei handelt es sich um kurze, maximal 15 Minuten lange Andachten, die von den Kirchentagsgästen gerne angenommen würden, so Walde, weil sie Orte des Rückzugs und der Besinnung in all dem Trubel böten.

Schon jetzt freuen sich Walde und Wöhlert zudem auf einen Wettbewerb, der während des Kirchentags durchgeführt wird und für den die mobile Christuskirche als eines von fünf innovativen Projekten ausgewählt wurde. Ähnlich der Fernsehsendung „Höhle der Löwen“ müssen alle fünf Wettbewerbsteilnehmer ihre Projekte auf einer Bühne vorstellen. Anschließend werden sie auf ihre Zukunftsfähigkeit hin diskutiert und danach in einer Publikumsabstimmung prämiert. Dem Sieger winken immerhin 5000 Euro. „Damit wäre dann auch der Hänger finanziert“, sagt Walde.

„Godspot“

Ein „Gewinn“ ist der mobilen Christuskirche aber schon jetzt sicher: Neben den Kirchen in Berlin und Brandenburg wird auch sie mit einem sogenannten „Godspot“ wieder nach Heinsberg zurückkehren. Mithilfe dieses kostenfreien WLAN-Hotspots könnten zum Beispiel Besucher von Gottesdiensten, die noch kein Deutsch sprechen, dem Gottesdienst mit einer Übersetzung der Texte dennoch gut folgen, erklärt der Pfarrer.

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