Wassenberg - Mittelalterspektakel: Wo Euros in Goldtaler getauscht werden

Mittelalterspektakel: Wo Euros in Goldtaler getauscht werden

Von: anna
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Einen aufregenden Wettstreit lieferten sich die Kämpfer der Fechtkampfgruppe Fictum aus Tschechien beim ­Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Wassenberg.
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Auch vier Heerlager aus dem Kreis Heinsberg nahmen an der Veranstaltung in Wassenberg teil. Foto: Anna Petra Thomas
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Die schönsten Gewandungen werden beim Mittelalterlich Phantasie Spectaculum prämiert. Foto: Anna Petra Thomas
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Ein Treffer in die Strohscheibe zauberte ein Lächeln ins Gesicht der Schützin. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg. „Ich wurde genötigt von meinem Weibe.“ Schon vor dem Eingang sprach‘s dieser Gast an der Kasse vom Mittelalterlich Phantasie Spectaculum (MPS). Er tauschte seine Euros für seine Frau in Goldtaler. Das ist die Währung des MPS, das auch in diesem Jahr wieder für zwei Tage in Wassenberg zu Gast war.

Vom Bergfried bis hinunter zum Weiher und auch noch darüber hinaus auf dem Spielplatz hatten fast zwei Dutzend Heere ihre Lager aufgeschlagen, boten Händler und Handwerker ihre Waren feil, zogen Musikanten oder andere Kreaturen auf dem Gelände umher, verströmten Tavernen den Duft von frisch gebackenen Stockbrot oder von heißem Apfelsaft mit Zimt.

Etwas Warmes tat gut am ersten Veranstaltungstag, der immer wieder von kühlen Regenschauern heimgesucht wurde. Diese verwandelten die Rasenflächen schnell in Schlamm, und so hatten sich einige Besucher – dies vorausahnend – schon gleich in Gummistiefeln auf den Weg in die Geschichte gemacht. Die meisten Anhänger des Spektakels flanierten jedoch auch dieses Mal wieder in ihrer für das Mittelalter oder auch für ihre eigene Fantasie geschaffenen Bekleidung umher. Sie hofften auf besseres Wetter und höhere Temperaturen, womit die Veranstaltung dann am zweiten Tag auch belohnt wurde. So strömten bei Dauersonnenschein am Sonntag die Gäste in viel größerer Zahl auf das Gelände als noch am Vortag.

Heerlager aus dem Kreis

Kurz nach Öffnung der Tore setzte sich an beiden Tagen bereits der erste Umzug in Bewegung, mit dabei auch vier Heerlager aus dem Kreis Heinsberg: „Snakes and Arrows“ aus Heinsberg, „Hospitium“ aus Wegberg sowie die im „Heinsberger Bund“ zusammengeschlossenen „Schildwächter zu Gangelt“ und „Wurmauenritter“ aus Geilenkirchen.Vor der MPS-Bühne eröffnete Bruder Rectus das Wassenberger Spectaculum danach mit seiner sogenannten Morgenmesse. „Die Gemeinde rastet aus“, rief er ins Publikum und forderte es zu einem ersten „Halleluja!“ heraus.

Rectus stellte den Stelzenläufer Gawan vor, der die Fantasie seiner Zuschauer gleich herausforderte und seine Stelze zur E-Gitarre umfunktionierte. Von Walpurgis erzählte der hässliche Hans auf dem Weg zur Bühne, und der Tod hatte seinen ersten Auftritt in einem echten, mit weißem Satin ausgekleideten Holzsarg. Während da noch die Morgenmesse gefeiert wurde, waren auf dem Rasenkarree im Rosengarten die Helden der Fechtgruppe Fictum aus Tschechien schon bereit zum Kampf mit Schwertern, Lanzen, Keulen oder Äxten.

Als sie das Feld geräumt hatten, gab es etwas zu tun für das Publikum: Alle konnten mitmachen bei den historischen Tänzen, die es an beiden Tagen zu lernen und dann auch gleich mit aufzuführen galt. „Links, rechts, vor, zurück“, so lautete die Schrittfolge für den Kreistanz der Marktleute, den sogenannten Tourdian.

Wer lieber nur zuhören wollte, war vor den Musikbühnen richtig, wo sich bis zu drei Bands gleichzeitig präsentierten. Zuschauer waren zudem an der Gaukler- und natürlich an der Kinderbühne willkommen, wo auch Kraftjongleure und Zauberer ihr Bestes gaben. Zu den Höhepunkten beider Tage zählten darüber hinaus das Bruchenballturnier mit einem bis zu 120 Kilogramm schweren Ball und die Prämierung der schönsten Gewänder. Und nicht zu vergessen das große Feuerspektakel am Abend des ­ersten Tages, ebenfalls begleitet von Nachtkonzerten angesagter Bands der Mittelalterszene.

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