Mit Sprachschatzkisten Einstieg erleichtern

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
12315949.jpg
Noch unbemaltes Äußeres, wertvolles Inneres: Junge Immigranten haben von Hauptschülern gebastelte Sprachschatzboxen bekommen. Diese sollen ihnen die Integration erleichtern. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz. An der Gemeinschaftshauptschule (GHS) gibt es vier Vorbereitungsklassen für Kinder und Jugendliche mit geringen Deutschkenntnissen. Neben den Kindern von Flüchtlingen sind dies auch Immigranten aus anderen europäischen Ländern.

In den Deutschfördergruppen lernen sie bis zu zwei Jahre lang die Beherrschung der deutschen Sprache, bevor sie in ihre altersgerechten Klassen integriert werden und dem Unterricht dort folgen können. Derzeit sind es 65 Schüler verschiedener Altersstufen, die an der GHS Deutsch lernen.

Unterstützt werden sie dabei neben den Lehrern auch von den Schülern der Klasse 10c, einer Technik-Projektklasse unter der Leitung von Hildegard Breuer. Die Schüler bastelten als Willkommensgeschenke für die neuen Mitschüler sogenannte „Sprachschatzboxen“ aus Holz. Die kleinen Boxen sollen den Neuankömmlingen helfen, schnell und sicher die Sprache zu erlernen. Denn sie dienen als Vokabelkasten und gleichzeitig als Erinnerungsstütze, um einen schnellen Zugang zu den neuen Wörtern zu bekommen.

„Die Hauptschule ist die ideale erste Anlaufstelle für den Einstieg in das deutsche Schulsystem“, betont Lehrer Dirk Schilling. Nach dem Erwerb der Sprachkenntnisse könnten die Schüler dann an eine Schule vermittelt werden, die ihren Fähigkeiten entspricht. Die sprachlichen Vorkenntnisse sind dabei so unterschiedlich wie die Herkunftsländer der Schüler.

Internationales Frühstück

Die Boxen, die die Zehntklässler nun verteilten, waren noch nüchtern gehalten. Zusammen mit ihrer Koordinierungslehrerin Nina Schlothauer werden die Schüler die Holzkisten noch individuell bemalen und verschönern, damit es wirklich ihre ganz persönlichen Sprachschatzkisten werden.

Bei dem Termin in der Schulmensa lernten sich die Schüler kennen und kamen auch ins Gespräch. Den persönlichen Kontakt fördern die Pädagogen natürlich besonders, denn am besten lernt man eine neue Sprache im ungezwungenen Austausch. „Uns ist es wichtig, dass auch die Schüler ihren Beitrag leisten, um die neuen Mitschüler zu integrieren“, erklärt Schlothauer.

Im Gegenzug für die Vokabelkisten luden die Sprachschüler die Kistenbauer zum internationalen Frühstück ein. Denn Integration geht neben der Sprache auch über den Magen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert