Mit Pastewka und Hoecker: „Hastenraths Will trifft“ ins Schwarze

Von: Guenter Kleinen
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Im Grimassenschneiden macht Hastenraths Will und Bastian Pastewka so leicht wohl niemand etwas vor. Aber auch der Sprachwitz reißt das Publikum immer wieder zu Begeisterungsstürmen hin. Foto: Guenter Kleinen
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Mit Überraschungsgast Bernhard Hoecker (Mitte) drehten die Comedians noch einmal richtig auf. Foto: Guenter Kleinen

Hückelhoven. Wer die Aula in Hückelhoven kennt, weiß, dass hier ein freundliches Publikum zu Hause ist. Und das freute sich jetzt über einen alten Bekannten, der noch weitere „Bekannte“ mitgebracht hatte. Man hatte keinen Konzertabend gebucht, kein Theaterstück und auch kein spritziges Showprogramm.

Und das ließ die spärliche Kulisse auch nicht vermuten: Ein postmoderner Fernsehsessel, ein schicker Zweisitzer, mit fein darauf drapierten Kissen, ein niedriges Tischlein mit allerlei Knabberzeug in Schälchen. Das war es, was die Bühne bis 20 Uhr feilbot. Dann schlich – fast etwas schüchtern – eine „kleine Kapelle“ auf die Bühne, die, wie sich herausstellen sollte, auf den Namen „The Legendary Selfkant-Cowboys“ hört. Nach einem Trompeten-„Intro“ kam dann „Er“ auf die Bühne, der Gastgeber, Heimatforscher Hastenraths Will.

Nach kurzer Begrüßung eines großen Stammpublikums – die Aula war ausverkauft – bat er seinen Gast dazu: Bastian Pastewka, in feinem Zwirn und sichtlich gut gelaunt. Kein Wunder, auch er hat gute Erinnerungen an diesen Auftrittsort.

Was das Mobiliar schon vermuten ließ, nahm sodann seinen Lauf: eine muntere Talk-Runde, bei der sich die beiden alten Bekannten die Bälle zuspielten. In erster Linie outete sich Hastenraths Will als Talkmaster, der, gut vorbereitet, optische Schmankerl aus Pastewkas TV-Vergangenheit aufzeigen konnte. Und dieser hatte sichtlich Spaß. Neben seinen TV-Auftritten wurde Bastian Pastewka auch durch zahlreiche Rollen als Synchron- und Hörspielsprecher bekannt, wie zum Beispiel beim legendären Karl-May-Radio-Spektakel, bei dem er, neben Comedy-Kollegen wie Rüdiger Hoffmann, Hella von Sinnen, Dirk Bach oder Herbert Knebel vor den Mikros stand. „Berühmt“ wurde auch seine Rundfunkbearbeitung der Romanvorlage von Arthur Conan Doyle’s „Der Hund von Baskerville“, die 2014 als 114-minütige Hörspiel-Produktion vom WDR ausgestrahlt wurde.

Aus seinen „vielen Rollen und Leben“ gab der muntere Plaudergast immer wieder kurze Kostproben, die spontan mit viel Zwischenapplaus bedacht wurden. Auch diverse Highlights seiner Synchron-Sprecher-Rollen wurden „strapaziert“ und sorgten für – leider viel zu kurze – Höhepunkte in dem Programm. Bekannt waren sie allemal noch, die Comicfiguren, wie Steward Little oder die Giraffe aus „Madagaskar“, oder auch Paul Bommel aus dem Ottifantenfilm. Zwischendurch immer wieder holprige Komplimente von Talkmaster Hastenraths Will.

Und dann klingelte das Telefon und Will rückte mit einer faustdicken Überraschung heraus: Ein weiterer Gast wartete hinter dem Vorhang. Überraschung für Pastewka wie fürs Publikum. „Tärääää“: Ein kleiner Mann mit großen Augen genießt den Moment: Bernhard Hoecker schält sich aus dem langen Vorhang auf die Bühne.

Die Freude ist groß: Ein alter Weggefährte seit 1992, als Pastewka, Hoecker und ihre Kollegen Wenzel und Bröker während ihres Studiums in Bonn die „Comedy Crocodiles“ gründeten und damit die Bühnen zwischen Bonn und Köln beglückten.

Wie zu erwarten – das Publikum genoss es: jetzt wurde es turbulent. Zwei, die sich kennen und mögen, hatten sich viel zu erzählen. Ein Kramen in Erinnerungen, immer wieder unterstützt durch Bildzeugnisse, die Hastenraths Will zur Vervollständigung und Belustigung aller beitrug.

„Als Klassiker geboren“

Nach einer Pause ging es zunächst mit einer kleinen Szene weiter, in der die drei Personen Baum, Schnecke und Auto spielten, ein legendäres Stück mit düsterer Umweltthematik, das bereits vor Jahrzehnten „als Klassiker geboren wurde“ – und dann in der Versenkung verschwand. Hastenraths Will bewies „Geistesgegenwart“, hatte er doch im Voyer zu Zuschauerfragen aufgerufen, die nun zum Teil Beantwortung finden sollten.

Die Band, bisher am Rande des Geschehens, hatte ihren großen Auftritt beim folgenden Melodienraten bekannter TV-Serien, bei dem die Stargäste mit Wissen oder Vermutungen glänzten. Natürlich konnte das Publikum bei den Intros von „Flipper“, „Die schnellste Maus von Mexiko“ oder „Die Bären sind los“ mithalten.

Die gute alte Zeit wurde noch einmal wach – und wie! – als sich die vielseitigen Talkgäste an gemeinsame Shows erinnerten. Wie zum Beispiel mit den legendären Flippers, die trefflich parodiert wurden. Hier brachen dann beim Publikum alle Dämme und die Luft in der vollen Aula wurde spürbar feucht. Es war schon spät, als Hastenraths Will die Talk-Runde auflöste, die sich anschließend noch auf eine hautnahe Autogrammstunde mit vielen Fans einließ.

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