Heinsberg-Schleiden - Mit Liebe aufgebaut und mit Gewalt wieder zerstört

Mit Liebe aufgebaut und mit Gewalt wieder zerstört

Von: anna
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Peter Pöhnl, Dieter Mücke, Paul Maaßen, Willy Vos und Willi Krebs bei der Fertigstellung der Rastanlage auf der Schleidener Höhe. Foto: anna

Heinsberg-Schleiden. Die Wege rund um Schafhausen und Schleiden auch für die Menschen attraktiver zu machen, die nicht mehr sehr weit an einem Stück wandern können, hat sich der Dorfverschönerungsverein Schafhausen-Schleiden derzeit auf seine Fahne geschrieben. Etwa alle 500 Meter sollen rund um beide Orte und auf der Verbindung dazwischen Ruheplätze in Form von Holzbänken mit einer eigenen Überdachung entstehen.

Bis zu 20 könnten es schon werden, schätzt Vorsitzender Peter Pöhnl. „Das ist ein Projekt für die nächsten Jahre!“, betont er. Bisher habe man sich intensiv der Bepflanzung in beiden Dörfern gewidmet. Dies sei nun ein ganz neues Vorhaben.

Er selbst, der aus einer alten Zimmermannsfamilie stammt und gerne mit Holz arbeitet, hat im vergangenen Winter in rund 30 Arbeitsstunden schon den ersten Prototypen geschaffen: quasi eine kleine, zu einer Seite hin offene Holzhütte, in der fünf lange Bretter, gehalten von einem verzinkten Eisengestell, eine etwa 2,50 Meter lange Sitzbank formen. „So etwas ist am Markt gar nicht zu haben“, erklärt er. „Sehr solide!“

Die erste kleine Ruhestation entstand auf einem Weg von Schleiden aus Richtung Westen, Richtung Aphoven und Laffeld. Auf einem breiten Grünstreifen zwischen asphaltiertem Weg und dem nächsten Feld wurde die kleine Hütte errichtet. „Dies sind Ausgleichsstreifen, die der Stadt gehören und die im Rahmen der Flurbereinigung zu Beginn dieses Jahrtausends entstanden sind“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende Willi Krebs, der wie die übrigen Vorstandsmitglieder Paul Maaßen, Dieter Mücke und Willy Vos beim Aufbau kräftig mit angepackt hat. Und nicht nur das: Der neue Ruheplatz wurde mit Randsteinen fein eingefasst und mit grauem Schotter ein Weg von der Straße bis zur Sitzbank geschaffen, die man trockenen und sauber bleibenden Fußes gut erreichen kann.

Als nun die fleißigen Handwerker gerade auf der anderen Seite des Ortes, auf der der Schleidener Höhe mit einem wunderbaren Ausblick bis zum Selfkantdom, dabei waren, die zweite Hütte zu errichten, hatten Vandalen die erste schon wieder zerstört. Sie schraubten die fünf Bretter der Sitzbank einfach aus ihrer Verankerung heraus. Bei dem Versuch, sie einfach mitzunehmen, zerstörten sie dann auch noch ein Teil der Seitenwand. „Bestimmt sitzt da jetzt schon ein anderer auf diesen fünf Brettern“, erklärt der Vorsitzende. „Waren ja alles schöne Bretter, schön gehobelt“, fügt er ziemlich traurig hinzu. Gar nicht der verlorene materielle Wert ist es, der ihn ärgert, sondern die Tat an sich. Immerhin investiert der Verein zwischen 500 und 600 Euro in jede Rastanlage.

Pöhnl wird die kleine Hütte wieder reparieren und eine neue Bank fertigen. Zusammen mit seinen Mitstreitern hat er auch schon über eine Befestigung der Bretter für die Sitzbank nachgedacht, die nicht mehr so einfach zu lösen sein soll. „Ich hoffe, im nächsten Winter wieder zwei Hütten hinzukriegen“, sagt er. Diese sollen dann im nächsten Frühjahr aufgebaut werden. Neben den beiden Rastanlagen haben die Vereinsmitglieder auch schon eine ganz normale Bank an dem Weg aufgestellt, der die beiden Dörfer verbindet.

Damit die Wanderer jetzt auch noch genau wissen, wo sie sind, sollen die Sitzhütten mit kleinen Schildern versehen werden, die den Namen des Vereins tragen: Für Schleiden sollten die Ortsnamen im Vereinsnamen getauscht werden, so dass dort Schleiden vorne steht, so der Plan der aktiven Hüttenbauer.

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