Erkelenz - Mit kleinem Budget und viel Kunstblut: Neuer Actionthriller von Thomas Kercmar

Mit kleinem Budget und viel Kunstblut: Neuer Actionthriller von Thomas Kercmar

Von: Helmut Wichlatz
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„Breakdown Forest“
Sie wollen den Film „Breakdown Forest“ zum Erfolg machen: Micaela Schäfer und Thomas Kercmar waren beim Dreh im Laheypark nahe des Erkelenzer Ortsteils Kückhoven dabei. Foto: Helmut Wichlatz
Micaela Schäfer und Akim Erdogan in „Breakdown Forest“
Während der Dreharbeiten kam es - so will es das Drehbuch - zum Duell von Micaela Schäfer und einem Salafistenprediger, der von Akim Erdogan aus Doveren gespielt wird. Kunstblut durfte dabei nicht fehlen. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz. Thomas Kercmar aus Erkelenz arbeitet an einem Film, der im Kino groß rauskommen soll. Auch Micaela Schäfer spielt mit. Kercmar ist ein ruhiger und freundlicher Mann. Als Versicherungsfachmann ist er seit den 90ern in Erkelenz tätig. Was man ihm nicht ansieht: In Thomas Kercmar schlummert das Böse.

Er quält und tötet Menschen, hetzt sie aufeinander und legt auch schon mal die Kettensäge an, damit es auch auf jeden Fall zum Horror wird. Denn Kercmar produziert Actionthriller der härteren Gangart und spielt auch gerne selbst darin mit.

Seine Liebe zum Film und der Schauspielerei wurde schon in der Grundschule geweckt. Im heimischen Bad Honnef, wo er 1963 das Licht der Welt erblickte, hatte er in der Grundschule sein Bühnendebüt als König Herodes. Vielleicht liegt da die Wurzel seiner heimlichen Leidenschaft. Schließlich soll der König auch nicht zimperlich gewesen sein im Umgang mit seinen Mitmenschen. Es folgten weitere Rollen beim örtlichen Theaterspielkreis. „Ich war schnell auf die Rolle des Bösewichts abonniert“, sagt er rückblickend. „Ich war immer der, vor dem man Angst hatte und den man nicht mochte.“ Er fühlte sich wohl dabei. Mit dem Wechsel ins Versicherungsfach zog er auch hinaus und kehrte Bad Honnef den Rücken, um in Erkelenz aufzuschlagen. Dort machte er sich selbstständig.

Längst hatte er begonnen, in verschiedenen Independent-Produktionen mitzuwirken. Auch hier war er stets der Böse, der durch seine Nähe zum Wahnsinn fasziniert. Die Liste der Filme, in denen Kercmar in den letzten Jahren mitgewirkt hat, passt nicht unbedingt in die Familienvideothek. Aus der Independent-Filmszene ist der 52-Jährige heute nicht mehr wegzudenken. Doch auch im Kölner „Tatort“ hatte er schon eine Nebenrolle.

Richtig spannend wurde es, als er den Drehbuchautor und Regisseur Patrick Roy Beckert kennenlernte. Der überzeugte ihn von seiner Idee eines deutschen Action-Thrillers „mit Starbesetzung und ohne viel Geld“. Seitdem gehört jede freie Minute dem ambitionierten Filmprojekt „Breakdown Forest“.

Der Film tritt mit dem anspruchsvollen Ziel an, als deutsche Low-Budget-Produktion die Kinosäle zu füllen. „Für einen Film aus der Independent-Szene ist das schon eine große Sache“, sagte Kercmar. Das Budget von nicht einmal einer Viertelmillion Euro reicht im großen Filmgeschäft für ein paar Drehtage. Kercmar, Beckert und ihr Team bestreiten damit alles. Von der Finanzierung der vielen Liter Kunstblut über Technik und Ausrüstung bis hin zu den Gagen der Schauspieler. Und die kennt man. Da wäre zum Beispiel Ralf Richter, den das Drehbuch ebenso überzeugte wie Martin Semmelrogge und Micaela Schäfer. Thomas Kercmar selbst spielt auch wieder mit. Natürlich in seiner Paraderolle als durchgedrehter Schurke.

Zwischen den einzelnen Drehs liegen oft Monate, in denen Kercmar Klinken putzt und neue Investoren sucht. Mit denen steht und fällt alles. Denn als das Drehbuch vorsah in Erkelenz mit einer Maschinenpistole die Fensterfront einer Bäckerei in prominenter Lage zu zerschießen, scheiterte der Plan nicht etwa am Inhaber der Bäckerei, sondern an „ein paar Tausend Euro“. Trotzdem werde die Szene bald im Kasten sein, ist sich Kercmar sicher und geht weiter auf Sponsorensuche. Immerhin hat jeder, der Geld in das Filmprojekt investiert, auch die Möglichkeit, sich vor laufenden Kameras und sehr lebensecht erschießen zu lassen. „Da sind wir großzügig“, sagt Kercmar.

Das Filmteam bevorzugt Locations vor Ort. Gedreht wurde schon in einem Erkelenzer Supermarkt, in Kercmars Wohnung an der Nordpromenade und zuletzt im Lahey-Park. Auch dort gab es wieder einen mörderischen Showdown, bei dem die Pyrotechniker alle Hände voll zu tun hatten.

Mit von der Partie war auch Erotikstar Micaela Schäfer. Diesmal jedoch nahm sie sich die Männerwelt gezielt mit Feuerwaffen vor. Für eine Szene rechnete sie mit einem Salafistenprediger ab, der das natürlich nicht überlebte. Gespielt wurde der Extremist von Akim Erdogan aus Doveren. „Wir setzen auf die Mithilfe von Laien, die es mal richtig krachen lassen wollen“, sagt Kercmar. „Da sind verborgene Talente drunter.“

Die Suche nach Drehorten gestaltet sich oft schwierig. So bekam Kercmar von der Stadt eine Absage, als er wegen eines Drehtermins im Hohenbuscher Herrenhaus nachfragte. Filme, die auf Hohenbusch gedreht werden, sollten in einem historischen Kontext zu dem ehemaligen Kloster und Gutshof stehen.

Der Film „Breakdown Forest“ soll im Herbst fertig sein und dann auch in die Kinos kommen. Und der zweite Teil ist auch schon in Planung. Auf die Frage nach seinem Lieblingsfilm gibt er gerne Auskunft, auch wenn man die Antwort nicht glauben möchte. „Die kleine Meerjungfrau“ von Karel Kachya.

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