Erkelenz - Misereor-Partnerschule: Bildung ist der Schlüssel für gute Zukunft

Misereor-Partnerschule: Bildung ist der Schlüssel für gute Zukunft

Von: Helmut Wichlatz
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Schüler der Gemeinschaftshauptschule staunen: Gebannt folgen sie den Berichten von Rita Panicker, die das indische Straßenkinderprojekt „Butterflies“ vorstellt und erklärt, wie in Delhi der Schulbus zum Klassenzimmer wird. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz. Die Gemeinschaftshauptschule ist deutschlandweit die erste Misereor-Partnerschule. Gemeinsam mit dem bischöflichen Hilfswerk engagieren sich die Lehrer und Schüler für das Projekt „Butterflies“.

Gründerin des Projektes ist die indische Sozialarbeiterin Rita Panicker. Sie besuchte die Schule, um von ihrer Arbeit mit Straßenkindern im indischen Delhi zu berichten und den Schülern für ihren Einsatz zu danken. Rund 50.000 Euro hat die Schule seit 1999 gespendet, betonte Marlene Boers mit Blick auf den Einsatz der Kinder und Jugendlichen.

Die Pädagogin leitet den Eine-Welt-Arbeitskreis, in dem Schüler und Lehrer gemeinsam für „Butterflies“ arbeiten. Auf ihr Konto fließen die Erlöse aus den Boxen, in die man bei der Leergutabgabe seine Bons spenden kann. So kam allein bei den Verbrauchermärkten Edeka und Rewe in einem Jahr ein vierstelliger Betrag zustande, der nach Indien gespendet werden konnte.

In den Klassen gibt es „Braungelddosen“, in denen die Kleinmünzen laden, die man „so findet“. Den Schülern werde durch die Aktion auch Wertschätzung gegenüber vermeintlich „kleinen“ Geldbeträgen vermittelt. „In Delhi bekommt man für 30 Cent ein komplettes Gericht“, erklärte Boers.

Was Rita Panicker derweil zu berichten wusste, stieß bei den Schülern auf Erstaunen. So hat der Begriff „Schulbus“ in Delhi und für die Straßenkinder eine andere Bedeutung als in Deutschland. Die „Street-Educater“ kommen mit den Bussen zu den Kindern. Der Bus wird zum Klassenzimmer.

Neben dem mobilen Unterricht organisiert „Butterflies“ ein ganzes Netzwerk, um Straßenkinder in der Millionenmetropole zu unterstützen.

Die Organisation erreicht nicht alle Kinder. Es sei schwierig, ein Vertrauensverhältnis zu den Kindern aufzubauen, erklärte Panicker. In ihrem Leben hätten sie schon viel Gewalt und Armut kennengelernt. „Butterflies“ bietet auch eine Unterkunft für Kinder, die nicht wenigstens in der Nacht nach Hause zurückkehren können.

Tagsüber durchwühlen sie den Müll nach verwertbaren Stoffen oder bieten ihre Arbeit für schlecht bezahlte Jobs an. „Bildung ist der Schlüssel für eine lebenswerte Zukunft“, betonte Panicker. Sobald die Kinder dies verstanden hätten, helfen sie und ihre rund 60 Mitarbeiter dabei, die Qualifizierung für eine echte Schule zu erlangen. „Viele der Kinder haben nur selten oder noch nie eine Schule besucht.“

In Indien herrsche zwar Schulpflicht, doch um die Straßenkinder kümmere sich die Verwaltung kaum. Auch „Butterflies“ wird die Arbeit nicht leicht gemacht. Ohne die Unterstützung aus Deutschland könnte die Organisation nicht so erfolgreich und gegen alle Widerstände arbeiten.

1989 gründete die Sozialarbeiterin „Butterflies“ in Indien und war damit eine der ersten, die sich überhaupt um die Straßenkinder kümmerte. Zuerst in Mumbai, dann in Delhi. Und sie hat Erfolg. So konnte sie nicht ohne Stolz auch Biografien von Küchenchefs oder Pädagogen verweisen, die durch die Hilfe von „Butterflies“ ihren Weg gehen konnten.

Zum Angebot gehört auch eine eigene Bank. Die Kinder können ihre Tageseinnahmen sparen und verzinsen, um ein kleines Guthaben zu schaffen. Die Schüler waren beeindruckt von dem, was Panicker zu berichten hatte. Und so ließen sich auch vom Pausengong nicht davon abbringen, ihre Fragen zu stellen, die Panicker geduldig beantwortete.

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