Mischung aus Dialog und Lesung: Autor Ulrich Land in Wassenberg

Von: Nick Kaspers
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Spannend: Die Lesung von Ulrich Land in der Aula der Betty-Reis-Gesamtschule. Foto: Nick Kaspers

Wassenberg. Mit einer interessanten Mischung aus Dialog und Lesung stellte der in Freiburg lebende Autor Ulrich Land seinen neuesten Roman „Michel B. verzettelt sich – Eifeler Ermittlungen eines Enkels“ in der Aula des Oberstufengebäudes der Betty-Reis-Gesamtschule Wassenberg vor.

„In guter Tradition“, so Dr. Ludger Herrmann, didaktischer Leiter der Schule, fand somit erstmals seit zwei Jahren wieder eine Lesung in der Betty- Reis Gesamtschule statt. Dazu waren rund 110 Schüler des neunten, zehnten und zwölften Jahrgangs gekommen und hatten nach der Lesung dreier Kapitel des Buches, welches von dem Großvater Ulrich Lands handelt, Zeit, dem Autor Fragen über sich und sein Buch zu stellen.

Ulrich Land selbst erklärte den Schülern, dass er „mit diesem Buch vor 40 Jahren auf einer „Erika“-Schreibmaschine angefangen“ habe, da er durch die Geschichten, die ihm über seinen Großvater erzählt wurden, Interesse am Leben Michel Beckers bekam. Aus diesem Interesse wurde nach einiger Zeit eine „Faszination“, wie er selber sagt, sodass er auf Spurensuche nach seinem Großvater ging.

Immer wieder befragte er dafür Verwandte, vor allem seine Großmutter, Mutter und seinen Onkel, um mehr Informationen über das Leben Michel Beckers zu erhalten. An Stellen, wo keiner seiner Verwandten eine Antwort wusste, erfand er einfach etwas hinzu. Und so entstand letztlich eine Mischung aus Erdachtem und Erfragtem „in einem Verhältnis von 60 zu 40“, wie er den Schülern auf Nachfrage gestand. Diesen Mix präsentierte er dem Publikum stückweise.

„Michel B. trieb in Köln und Umgebung sein Wesen und Unwesen“, so begann Ulrich Land seine Vorlesung. Es folgten Geschichten aus den Jahren 1936 bis 1939, in denen er seinen Großvater als stark gläubigen, katholischen Schriftsteller beschreibt, dem jedoch „ab elf Uhr morgens alle Moralvorstellungen abhanden“ gehen. Der Weg führt ihn ins nächste Wirtshaus, wo er sich für andere Frauen interessiert – „ein Leben zwischen Katholizismus, Geschlechtsvertraulichkeiten und Bauernschänke“. Grund für diesen Lebenswandel: Das strikte Vorgehen der Nationalsozialisten gegen den Katholizismus macht Michel B. das Leben schwer. Trotz des Drucks, den die Nazis auf Andersdenkende ausüben, distanziert er sich von den NS-Herrschern, wie Land den Zuhörern erklärt.

Der Autor erläutert im Gespräch den Schülern, dass Michel Becker „kein einfacher Mensch“ war und er seine Bücher, trotz ihres Erfolges von mindestens 10.000 verkauften Exemplaren, „grauenvoll“ fand. Immer wieder befürchte er und seine Familie, im Nachhinein noch Geld abgeben zu müssen, welches sein Großvater seinerzeit nicht bezahlt habe. Trotzdem sei er vom widersprüchlichen Charakter seines Großvaters fasziniert. Er sei „ein sympathischer Typ“ gewesen.

Nach der Lesung kamen Schüler zum Freiburger Autor, um ihm Fragen über den Hintergrund seines Buches zu stellen. Es war ihm sichtlich anzumerken, dass er Spaß am Interesse der Schüler hatte.

Auch das Interesse von Ludger Herrmann hatte er geweckt, der es bedauerte, zuvor Ulrich Land nicht gekannt zu haben. Lands Buch sei ein „wahnsinniges Lebenswerk“. Am Ende bekam auch Land, wie üblich an der Betty-Reis-Gesamtschule, von Herrmann die Schulchronik überreicht.

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