Minister Ralf Jäger „flachst“ redegewandt im Beecker Museum

Von: Anna Petra Thomas
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NRW-Innenminister Ralf Jäger stellte sich im Flachsmuseum der Diskussion. Foto: Anna Petra Thomas

Wegberg-Beeck. „Ich hoffe, dass hier niemand den Faden verliert!“, betonte Georg Wimmers, Vorstandsvorsitzender des Beecker Heimatvereins bei seiner Begrüßung von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) im Flachsmuseum.

Darin spielte er mit zahlreichen Redensarten, die sich auf die Geschichte von Flachsanbau und -verarbeitung in der Region bezogen: „Ich hoffe, dass Sie gut in Schuss bleiben und dass Sie sich nicht verheddern!“ Der Minister gab sich wortgewandt und wollte prompt wissen, ob wohl das Wort „herumflachsen“ auch in diese Begriffsfamilie gehöre.

Dann wandte er sich dem zu, wozu er eigentlich gekommen war, nämlich dem „Bürgerdialog“ zum Thema „Innere Sicherheit“, zu dem ihn die Wegberger SPD eingeladen hatte. Wegbergs Bürgermeister Michael Stock und Nordkreis-Landtagskandidat Ralf Derichs begrüßten ihn dazu gemeinsam mit dem Südkreis-Kandidaten Christoph Grundmann, dem Bundestagsabgeordneten Norbert Spinrath und Wegbergs Ortsvereinsvorsitzendem Rüdiger Birmann.

„Ehrenamtliche Tätigkeit ist der Klebstoff unserer Gesellschaft“, lautete Jägers erste thematische Aussage, die er vor allem mit einem Dank an all diejenigen verband, die sich in der Betreuung von Flüchtlingen engagieren. Ja, er sei auch gekommen, um Wahlkampf zu machen, räumte er ein, aber nicht gegen eine Person, sondern „für unsere Werte, für unsere Argumente“, betonte er.

Seinen Beitrag leisten

Gerechtigkeit hieß sein zweites Thema. „Es ist asozial, das Geld in unserer Gesellschaft zu verdienen und es auf Schweizer Banken zu parken“, erklärte er. Wer hier Straßen und Schulen nutzt, der müsse auch bereit sein, seinen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Umgekehrt müsse jeder, egal wo er herkomme, die gleichen Chancen haben. Das sei jedoch nur möglich, wenn Bildung kostenfrei sei, angefangen schon in der Kita.

Beim Thema Sicherheit unterschied Jäger zwischen der amtlichen Statistik mit ihren rückläufigen Werten und der „gefühlten Sicherheit“, die aktuell im Land eine ganz andere sei. Als Grund dafür sieht er die „Wucht der Information“, von der die Menschen „erschlagen“ würden. „Kein Vorwurf an die Medien“, aber die Menschen seien schlicht überfordert, die Informationen einzuordnen.

Darüber hinaus sei jeder Mensch berührt von einer „globalen Angst“. Dabei sei Deutschland immer noch eines der sichersten Länder der Welt, wie Jäger betonte. Begegnen will er dieser Angst, mit der vermehrten Einstellung von Polizisten. Er erwähnte zudem das Förderprogramm „1000 helle Plätze“, das den Kommunen helfen soll, „Angsträume“ und verwahrloste Ecken zu beseitigen. Eine intensive Diskussion schloss sich an.

Auf dem Weg ins Flachsmuseum traf Jäger auf Hans-Jürgen Knubben vom Flüchtlingsrat des Kreises Heinsberg, Martina Hackenholt von „Wir tun was“ aus Gerderath und Andrea Ludwigs-Spalink von der Dorfgemeinschaft Kückhoven. Die Flüchtlingshelfer überreichten ihm einen Brief mit der Bitte, die Abschiebung junger Männer nach Afghanistan zu stoppen.

Abschiebungen aus NRW habe es in 2016 nur in einem niedrigen, zweistelligen Bereich gegeben, erklärte ihnen der Minister. Jeder einzelne Fall werde sorgfältig geprüft. Priorität bei der Abschiebung hätten Gefährder und Straftäter sowie junge Männer mit Familienbindung in Afghanistan. Während der anschließenden Diskussion im Museum wiederholte auch Helmut Hawinkels aus Heinsberg die Bitte an den Minister.

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