Milde und harmonische vorweihnachtliche Klänge

Von: Johannes Gottwald
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Waldfeucht-Braunsrath. Die nahende Weihnachtszeit scheint auch heute noch auf viele Menschen wie ein Magnet zu wirken. Dies bestätigte zuletzt ein vorweihnachtliches Konzert in der Klosterkirche von Maria Lind, die bis auf den letzten Platz gefüllt war – die Veranstalter hatten Mühe, ausreichend Stühle für die mehr als dreihundert Zuhörer bereitzustellen.

Kurzfristig musste auch das Programm ein wenig umgestaltet werden, da die Flötistin Felizitas Blome wegen plötzlicher Erkrankung ausgefallen war. Doch mit milden harmonischen Klängen setzte das Bläserquartett, bestehend aus Thimo Sturmann, Susanne Neumann (Trompete), Jan Schroeder und Robert Schmitz (Posaune), ein und intonierte das Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ nach einem Text von Matthias Claudius in der Bearbeitung von Max Reger.

Mit glockenreinen Stimmen gefielen die Solisten Birgit Cleef (Sopran) und Susanna Jochims (Alt), die anschließend den „Abendsegen“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck vortrugen. Von wunderbarer romantischer Gefühlstiefe beherrscht war der „Abendfrieden“ von Franz Schubert. Hier sang Arnold Schmitz (Bass) zu einer Gitarrenbegleitung, die zwar nicht von Schubert stammte, aber mit ihrer hintergründigen Zartheit vorzüglich zu dem Stück passte. Die nachfolgende „Heilige Nacht“ von Ludwig van Beethoven – ebenfalls von Arnold Schmitz vorgetragen – mit dem markanten Refrain „Funkelt, ihr goldnen Sterne, leuchtet in weite Ferne“ präsentierte sich in der Tat als bezaubernd schöne Nachtmusik.

Verkündigung des Engels

Nach diesem weltlichen Auftakt führte die Meditation vom „lachenden Esel“ (der in einer berühmten Augsburger Krippe zu sehen ist) zum eigentlichen Weihnachtsgeschehen hin. Die Heilsgeschichte beginnt jedoch mit der Verkündigung des Engels Gabriel an Maria. Daher schlossen sich zwei Vertonungen des „Gegrüßet seist du Maria“ - die erste von Fidelis Müller, die zweite von T. Kropivsek – an, wobei Birgit Cleef, Susanna Jochims, Robert Schmitz (Tenor) und Arnold Schmitz ein großartiges Soloquartett bildeten, das sowohl in harmonischer als auch in klanglicher Hinsicht perfekt zusammenwirkte. Von feierlichem Ernst erfüllt war das Adagio von Tommaso Albinoni, das der Orgel und den Bläsern anvertraut war. Zusammen mit den Bläsern und Jochen Steffens an der Orgel zog dann der Bach-Choral „Wacht auf, ruft uns die Stimme“ klangmächtig vorüber.

Danach glänzte Susanna Jochims mit dem Adventslied „Es kommt ein Schiff geladen“. Die alte Volksweise „Maria durch ein Dornwald ging“ trugen die Bläser wieder alleine vor, während das Gesangsquartett das nachfolgende „Macht hoch die Tür“ übernahm und dabei von der Orgel unterstützt wurde.

Hatte sich dieser Abschnitt des Programmes mit dem Warten auf den Erlöser befasst, stand bei den letzten Stücken die Ankunft Jesu Christi im Mittelpunkt. Von wunderbarer Klarheit erfüllt war das „Cantique de Noel“ von A. Adam, bei dem Birgit Cleef und Arnold Schmitz ein köstliches Duett bildeten; auch das russische Wiegenlied, bei dem Susanna Joachims und Robert Schmitz erneut ihr großes Können zeigten, verfehlte seine Wirkung nicht. „The first Novel“ gehört zu den bekanntesten englischen Weihnachtsliedern, wobei nochmals das gesamte Soloquartett zum Einsatz kam. Ein romatisch-verträumtes Stimmungsbild bot danach „Sehet, welche Liebe“ von Fidelis Müller mit Birgit Cleef als Solistin.

Den Schlusspunkt des Abends setzten Bläser, Solisten und Orgel gemeinsam mit dem festlichen Gesang „Adeste fidelis“. Die Melodie dieses alten Kirchenliedes stammt wahrscheinlich aus England, wurde aber auch bei uns rasch populär und wird zumeist auf den Text „Nun freut, euch, ihr Christen“ gesungen.

Am Ende gab es stürmische, minutenlange Ovationen für alle Ausführenden, die sich übrigens schon seit fünf Jahren in der Adventszeit regelmäßig zu einem Ensemble zusammenfinden, um für die Stiftung „Wir für Ruanda“ zu musizieren.

Auch an diesem Abend wurde daher kein Eintritt verlangt, sondern am Ende für diese Stiftung gesammelt, wobei – zusammen mit den Spenden beim Konzert in Orsbeck am Vortag – die stolze Summe von über 4000 Euro zusammenkam.

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