Mieterstromprojekt: Ausgezeichnetes Klima-Konzept

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Freuen sich über die Aufnahme in die Leistungsschau: (v.l.) Herbert Standke (Finanzkirchmeister), die Pastoren Günter Jentges und Günter Wild, Dr. Heinrich Dornbusch (KlimaExpo.NRW), Baukirchmeister Ulrich Leister und Fabian Müller-Lutz (Energieagentur). Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz. Die Initiative KlimaExpo.NRW hat das Mieterstromprojekt des Paul-Pfeiffer-Hauses in die Leistungsschau aufgenommen. In der Evangelischen Kirchengemeinde in Erkelenz initiierten ehrenamtliche Mitglieder der Gemeinde ein Mieterstromprojekt.

Im Paul-Pfeiffer-Haus an der Burgstraße, ein Wohnhaus mit 13 Wohneinheiten für sozial schwache Mieter, nutzen die Mieter nun den Strom eines eigenen Blockheizkraftwerkes (BHKW). Dr. Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW, würdigte das ehrenamtliche Engagement für den Klimaschutz und übergab die offizielle Urkunde an Ulrich Leister, ehrenamtlicher Baukirchmeister der Evangelischen Kirchengemeinde.

Das Paul-Pfeiffer-Haus wurde Anfang der 1970er Jahre gebaut und wird von der Kirchengemeinde unterhalten. Bereits vor rund zehn Jahren wurde ein BHKW eingebaut, um das Haus möglichst effizient mit Wärme zu versorgen und dabei den erzeugten Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen. Immer wieder zeigten sich während des Betriebs jedoch Unregelmäßigkeiten, die letztlich auch zur Funktionsunfähigkeit des BHKW führten. Um die Wärmeversorgung zukünftig klimafreundlich und wirtschaftlich tragbar zu gestalten, planten die ehrenamtlichen Mitglieder der Gemeinde, den im BHKW produzierten Strom direkt im Wohnhaus zu nutzen.

„Mit ehrenamtlichem Engagement und intelligenten technischen Lösungen wird hier dem Klimawandel Einhalt geboten. Das Projekt zeigt, dass sich klimafreundliches Wohnen und mieterfreundliche Stromerzeugung nicht ausschließen. Aus diesem Grund freue ich mich, das Mieterstromprojekt des Paul-Pfeiffer-Hauses in unsere Leistungsschau offiziell aufzunehmen“, so Dornbusch.

Ziel des Projekts war es, die Investitionskosten wie auch die laufenden Kosten über einen Zeitraum von zehn Jahren durch den Verkauf des erzeugten Stroms wieder einzunehmen. Gleichzeitig sollte für die Mieter eine finanzielle Entlastung durch günstige Strom- und Wärmepreise ermöglicht werden. Dies wird erreicht, wenn der Strom für 18 Cent/kWh an die Mieter verkauft wird – tragfähig für die Kirchengemeinde und eine Entlastung für die Mieter. Für den Strombedarf, der über die vom BHKW bereitgestellte Menge hinausgeht, wird dabei auf das öffentliche Stromnetz und den lokalen Energieversorger zurückgegriffen.

Dabei kommt ein zweistufiges Tarifmodell zum Tragen – bestehend aus den 18 Cent/kWh für Strom aus dem BHKW und den Kosten für Strom vom örtlichen Energieversorger aus dem Netz. „Bei der Stromrechnung wird der zu zahlende Betrag verbrauchsabhängig aus dem Arbeitspreis für Strom aus dem BHKW und Strom aus dem Netz exakt aufgeschlüsselt und berechnet. Wir geben den günstigeren BHKW-Tarif direkt an unsere Mieter weiter und schaffen dadurch einen Anreiz, stromintensive Aktivitäten in die definierten Laufzeiten des BHKW zu legen“, erklärt Baukirchenmeister Leister.

Möglich wird das unter anderem durch das Messkonzept des Aachener Anbieters von Smart Metering Lösungen, Discovergy. Das Unternehmen steht dem Projekt zur Seite. „Als Messstellenbetreiber übernehmen wir die Wartung, den Ein- und Ausbau sowie den Betrieb der Zähler und lesen den Verbrauch sekundenscharf ab. So erhalten die Mieter nicht nur den lokal erzeugten und klimafreundlichen Strom, sondern auch volle Transparenz über ihren Verbrauch“, so Joachim Lang, Vertriebsleiter von Discovergy.

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