„Menschen auf der Flucht“: Chancen auf der Spur

Von: Monika Baltes
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Diskussionsrunde zum Abschluss: Am Kreisgymnasium ging es um das Thema Flucht. Foto: Monika Baltes

Heinsberg. „Menschen auf der Flucht“, unter diesem Thema stand der diesjährige Projekttag der Oberstufe des Kreisgymnasiums Heinsberg (KGH). Den „Chancen und Herausforderungen für eine multikulturelle Gesellschaft“ wollten die 280 Schüler auf die Spur kommen, Informationen aus erster Hand erhalten, sich intensiv mit Ursachen und Handlungsstrategien beschäftigen.

Zahlreiche kompetente Referenten waren nach Heinsberg gekommen, um die Flüchtlingsthematik in ihrer ganzen Vielschichtigkeit aufzugreifen. Experten aus Gesellschaft, Wirtschaft, Religion und Politik wollten einerseits die Verbindung von Theorie und Praxis aufzeigen, andererseits einen Beitrag zur Lebensweltorientierung und Werteerziehung leisten.

„Wir wollen über den straffen Lehrplan hinausschauen, bei dem das Aktuelle manchmal zu kurz kommt“, ermunterte Studienrat Andy Kludt die Oberstufe zur Mitarbeit. In den Eröffnungsvorträgen beschäftigte sich Andreas Zimmermann, Bildungsreferent des Katholischen Missionswerks Aachen, mit Fluchtursachen, mit Zahlen und Hintergründen auf globaler Basis.

„Das Problem sind nicht die Geflüchteten, sondern die Strukturen, und die Krise wird nicht von den Menschen auf der Flucht ausgelöst, das ist eine politische Krise“, so sein Fazit.“ Sie sind die Generation, die mit den Folgen der Flucht zurechtkommen muss“, sprach Landrat Stephan Pusch die Schüler direkt an. Er zeigte die Situation im Kreis Heinsberg auf, stellte fest, dass „wir das im Kreis Heinsberg gut hingekriegt“ haben und ließ es sich nicht nehmen, auch eine persönliche Einschätzung an die Schüler weiterzugeben.

„Die Festung Europa wird nicht funktionieren“, warnte er. „Wir sind längst multikulturell“, führte er Beispiele aus seinem privaten Bereich an und riet den jungen Menschen, sich vor jenen zu hüten, die „mit der Angst arbeiten“.

Auf elf Workshops verteilten sich die Jugendlichen anschließend, um einzelne Themen in Kleingruppen zu bearbeiten. Referenten des Caritasverbandes, der Diakonie und der Johanniter, der Bundesagentur für Arbeit und des Flüchtlingsrates, des Kommunalen Integrationszentrums und der Katholischen Kirche, des Missionswerkes, des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Geflüchtete beschäftigten sich mit Fluchtursachen, den Erfahrungen von Migranten, der Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften in der Praxis und der Willkommenskultur.

Die Wahrnehmung von Flüchtlingen in den sozialen Medien, die Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, aber auch die unbequeme Tatsache, dass ein Blick auf das eigene Smartphone zeigt, wie wir Fluchtursachen mitverantworten, wurde in den Workshops beleuchtet.

In einer gemeinsamen Plenumphase an Ende des Projekttages, die von zwei Schülern moderiert wurde, stellten sich alle Beteiligten noch einmal den Ergebnissen der Workshops und den offenen Fragen aus der Schülerschaft.

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