Melodisches Solo und die „wilde Art des Jazz“

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
11969413.jpg
Ohad Talmor, Adam Nussbaum, Martin Gjakonovski und Axel Fischbacher spielen die neuen Stücke ihrer CD „normal.“ im Rondell in Heinsberg. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Aller guten Dinge sind drei, sagt man. Bereits zum dritten Mal war jetzt der Jazz-Gitarrist Axel Fischbacher in Heinsberg zu Gast und hatte dabei, wie an den Gesichtern der Besucher deutlich wurde, schon eine echte Fangemeinde.

Nach seinem Hauskonzert im Rahmen des Gitarrenfestivals im Januar 2014 und seinem Aufschlag in der Reihe Jazz im Rondell im Juni desselben Jahres mit The Electric Dog Allstars kam er jetzt mit seinem Trio und dem israelischen Jazz-Saxofonisten Ohad Talmor, der in New York lebt.

Noch nie zuvor seien so viele Menschen so früh für ein Konzert ins Rondell gekommen, freute sich Organisator Theo Krings, Leiter der Jugendmusikschule Heinsberg. Gekommen waren sie für das aktuelle Konzert und um sich schon eine der begehrten Karten für den 16. Juli zu sichern. Dann bietet die Reihe Jazz im Rondell eine der besten Besetzungen aus der Welt des Jazz. Mit Mike Stern, Bill Evans Band feat. Dennis Chambers & Darryl Jones kommen gleich vier Stars ins Haus, die schon mit Santana, Sting und den Rolling Stones gespielt haben.

Nach Heinsberg gekommen waren nun die vier Ausnahmemusiker, Axel Fischbacher (Gitarre), Martin Gjakonovski (Bass), Adam Nussbaum (Drums) und Ohad Talmor (Saxofon). Im Gepäck hatten sie ihre CD „normal.“, die sie in New York produziert haben.

Eher ruhig und melodisch gingen die vier Musiker ihr Programm bis zur Pause an. Gleich zu Beginn begeisterte Tamor mit einem ansprechenden Solo und zeigte im zweiten Stück, mit welch atemberaubender Geschwindigkeit er sein Saxofon zu spielen in der Lage ist. Auch bei Adam Nussbaum am Schlagzeug sprang der Funke schnell aufs Publikum über. Er begeisterte weniger mit Schnelligkeit als mit der Art seines Spiels, indem er etwa mit seinen Besen die große Trommel streichelte. Oder indem er durch ein Zusammenspiel von Stock auf Stock – und erst dann auf die Trommel – ganz eigenwillige Töne erzeugte.

Er war es auch, der das Publikum zum Mitmachen animierte. Allein geschnipste Finger waren da ein wertvoller Teil des Gesamtwerks. „Good audience participation“, freute er sich über ein Publikum, das gut mitmachte. „Ich dachte, Ihr wärt gekommen, um uns zu sehen, doch wir kamen um Euch zu sehen“, sagte er.

Nicht zu vergessen ist Gjakonovsi am Bass, der für jede Jazz-Idee ebenso zu haben war wie für eine kleine Einlage. Als Fischbacher noch über die Aussprache seines französischen Chansons (La Chanson De La Rouleure) sinnierte, spielte er auf seinem Bass einmal leise „Frère Jacques“ rauf, runter und das Publikum pfiff mit.

Nach der Pause zeigte Fischbacher jedoch auch seine lautere, fast „wilde“ Art des Jazz. Grandios war dabei das Zusammenspiel mit Talmor, der keinem der hitzigen „Gefechte“ aus dem Weg ging, der jedes Motiv Fischbachers schnell annahm und veredelte.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert