„Mein Vater, der Junggeselle“: Michael Schanze als Charmeur

Von: jwb
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Heinsberg. Als Sympathieträger und Moderator gewann Michael Schanze mit „Kinderquatsch mit Michael“ im Fernsehen viel Popularität. Mit der Komödie „Mein Vater, der Junggeselle“ von Curth Flatow erlebte ein erwartungsvolles Publikum in der ausverkauften Stadthalle in Heinsberg einen ebenso sympathischen wie überzeugenden Schauspieler Schanze als Junggeselle Frank Hoffmann.

In der zweistündigen Bühnenaufführung gelang dem Ensemble um den Hauptdarsteller Schanze mit Renate Koehler (Frau Stadelmeyer), Andreas Werth (Sohn Thomas Hoffmann), Simone Ritscher (Exfrau Barbara Hoffmann), Natascha Paulick (Dr. Cornelia Braun) und Syra Feiser (Sabine) ein unterhaltsamer Abend.

Pubertierender Sohn taucht auf

Im Mittelpunkt der Komödie steht der Schriftsteller Frank Hoffmann, der plötzlich mit seinem Sohn Thomas konfrontiert wird, der bisher bei Franks Ex-Frau Barbara gelebt hat.

„Eine Beziehung mit Abstand ist mit Abstand die beste Beziehung“, formuliert gleich zu Anfang die neue Übernachtbekanntschaft, Studienrätin Dr. Cornelia Braun, nach der ersten Liebesnacht mit Frank Hoffmann. Beide leben im gleichen Mietshaus und haben sich gerade erst kennengelernt.

In die Idylle des geschiedenen Mannes stößt nun Sohn Thomas. Seine Mutter Barbara hat Heiratspläne mit einem reichen Unternehmer und führt ein exklusives Leben. Weil dies dem gemeinsamen Sohn Thomas nicht passt, zieht dieser kurzerhand beim Vater Frank ein, auch wenn dessen Wohnung dafür viel zu klein ist.

Der pubertierende 17-Jährige bringt das Leben des alternden Junggesellen richtig auf Trab und stellt seinen Vater vor zahlreiche Probleme.

Er nervt den Vater, schwankt kurz vor dem Abitur zwischen Liebesaffärenund Liebeskummer und will die Schule schmeißen.

Er hilft dem Vater aber auch, ein bisher erfolglos eingereichtes Buchmanuskript bei einem Verleger unterzubringen. Mutter Barbara versucht mit Tricks, den Sohn wieder zurück zu gewinnen. Doch Gelegenheit macht Liebe – so landet auch sie nochmal mit dem Exmann Frank in dessen Bett.

Überzeugend und einnehmend spielt Renate Koehler die Frau Stadelmayr, die kochende wie neugierige gute Seele im Haushalt von Frank Hoffmann. Stark ihr Beitrag im vorletzten Szenenbild, als im Telefongespräch, als dramaturgischer Kniff, die Ereignisse mehrerer Monate zusammengefasst werden und es zum Showdown kommt.

Das Ergebnis nach rund zwei Stunden Bühnenprogramm: Zwei Schwangerschaften – bei Exfrau Barbara und Studienrätin Cornelia, eine betrunkene Haushälterin und ein Junggesellen-Vater, der mächtig ins Schwitzen gerät, bis klar ist: der One-Night-Stand mit Exfrau Barbara ist nicht das Ergebnis seiner Bemühungen, das werdende Leben bei bald Neu-Ehefrau Cornelia schon.

Gut gesetzte Pointen

Die Rahmenbedingungen für eine Komödie mit humorvollen und teilweise geistreichen Dialogen unterstützte ein gelungenes Bühnenbild. Curth Flatow als Meister der Selbstironie und des geschliffenen Wortes formulierte gesetzte Pointen. Jedes Mitglied des Ensembles brachte diese gekonnt an, wie auch die vielen Lacher und der Beifall zwischendurch als Reaktionen im Parkett belegten. Einige Hundert Zuschauer erlebten somit einen kurzweiligen Abend.

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