Mehr Wohnungen für weniger Bewohner im Jahr 2030

Von: kl
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Erkelenz. Die Stadt Erkelenz will attraktiv bleiben für ihre Anwohner und will daher für die Zeit bis 2030 ein städtebauliches Entwicklungskonzept erarbeiten. Die Bevölkerungszahl sinkt auf 42.000.

Carolin Krüger vom Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (InWIS) aus Bochum hatte bei der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung eine interessante Aufgabe. Sie sollte den Ausschussmitglieder und der Verwaltung erläutern, wie sich angesichts der demografischen Entwicklung das Wohnen in Erkelenz im Jahre 2030 darstellt und welches Handlungskonzept erarbeitet werden soll, damit Erkelenz eine attraktive Wohnstadt bleibt.

„Das Handlungskonzept Wohnen stellt den Auftakt für einen Prozess der strategischen Weiterentwicklung der kommunalen Wohnungspolitik dar“, hatte die Verwaltung den Politikern zuvor mit auf den Weg gegeben. Ausgehend vom Bestand sollen Ausblicke auf die zukünftige Wohnraumsituation in Erkelenz ermöglicht werden. Von einem Schrumpfungsprozess wird auch die Stadt Erkelenz nicht verschont bleiben. Die Zuzüge werden nicht ausreichen, um die „natürliche Bevölkerungsentwicklung“ und die Verluste durch den Braunkohletagebau Garzweiler II auszugleichen. Diese Erkenntnis bedeutet nach Ansicht von Krüger konkret, dass die Einwohnerzahl von nunmehr rund 45.000 auf rund 42.000 sinken wird.

„Wir stehen vor einer Abnahme der jüngeren und einen Zunahme der älteren Altersgruppen“, bestätigt Krüger eine nicht gerade neue Erfahrung.

Damit einher geht aber nicht zwangsläufig auch ein deutlicher Rückgang der Wohnungen. Im Gegenteil, vielmehr würden vermehrt kleinere Wohnungen benötigt, etwa für Single-Haushalte oder Senioren. So wird mit einem Zuwachs um 1440 Haushalte gerechnet.

Bis 2030 müssten in Erkelenz rund 2950 Wohneinheiten als Einfamilienhaus oder Wohnungen entstehen, um die erwartete Nachfrage erfüllen zu können. Hierin inbegriffen sind Umsiedlungsprojekt ebenso wie Erneuerungsmaßnahmen.

Wie die InWIS-Miarbeiterin weiterhin festgestellt hat, gibt es in Erkelenz einen geringen Leerstand bei frei finanzierten Mietwohnung. Erstaunt sei sie darüber gewesen, dass die Nachfrage von Mietinteressenten erheblich größer sei als in vielen achbarstädten.

Ebenfalls bestehe eine starke Nachfrage nach kleineren Wohnungen. „Es gibt weiter einen Markt für Eigenheime“, meint Krüger außerdem. Am besten würden Häuser mit einer Wohnfläche auf 120 bis 1340 Quadratmetern auf einem Grundstück von 300 bis 400 Quadratmetern angenommen. Auch gebe es ein großes Defizit bei Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern.

Die Sanierung am Bestand, die Neubauten oder durch Verdichtungen bestehender Baugebiete sollen die zusätzlich benötigen Wohnungen geschaffen werden. Als Beispiele für Quartiere, die zukunftsfähig gemqacht werden sollten, nannte Krüger die Gerarbeitersiedlung in Gerderath und das Wohngebiet am Flachsfeld in der Innenstadt.

Die Ausschussmitglieder sogen alle diese Daten wissbegierig auf und freuen sich nun auf das 150 Seiten starke Gutachten, das sie überarbeiten wollen, ehe sie bei der nächsten Ausschusssitzung einen Beschluss zu einem städtebaulichen Entwicklungskonzept fassen wollen.

Für die Ausschussvorsitzende Astrid Wolters ist der Vortrag „ein guter Startschuss für eine Diskussion.“

Der Technische Beigeordnete Ansgar Lurweg gibt dabei die Zielrichtung vor: Durch die InWIS-Untersuchung habe die Stadt Empfehlungen erhalten,über die nachgedacht werden sollte. Auch könne es keinen konkreten Maßnahmenkatalog geben, sondern ein Handlungskonzept.

Dazu könnte ein alle fünf Jahre aktualsierter Wohnungsmarktbericht ebenso gehören wie ein „Runder Tisch“ mit allen am Wohnungsmarkt Beteiligten.

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