Mehr als vordergründige Kunst im Alten Rathaus in Ratheim

Von: koe
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Die Künstlerinnen Marile Heinen (links) und Marianna Kalkhof stellen im Alten Rathaus von Ratheim ihre Werke aus. Foto: Koenigs

Hückelhoven-Ratheim. Im Alten Rathaus fand jetzt eine Vernissage des Kunstvereins „CANTHE“ statt, die unter dem Titel „Gewachsen-Geworden“ Werke der Künstlerinnen Marianna Kalkhof und Marile Heinen zeigte. Die Kunsthistorikerin Dr. Angela Wilms-Adrians erläuterte das Schaffen der Künstlerinnen und brachte den Gästen der gut besuchten Ausstellung die Werke der Künstlerinnen näher.

„Vom provokanten Widerspruch bis zum harmonischen Gleichklang reichen die Gestaltungsmöglichkeiten der Gemeinschaftsausstellung“, hieß es wörtlich.

Feinsinniger Dialog

Marianna Kalkhof und Marile Heinen hätten einen feinsinnigen Dialog unter dem Titel „Gewachsen-geworden“ gewählt. Kalkhof realisiere das Thema mit Bildern und Objektkästen, Heinen mit Keramiken, hieß es.

Bei der Vorstellung von Kalkhofs Werken hieß es, das bildnerische Schaffen der Künstlerin strahle Leichtigkeit, Transparenz und schwerelose Bewegung aus. Der Vogel sei für sie das Symbol für geistige und physische Freiheit und klinge in unterschiedlichen Ausprägungen zwischen gegenständlicher und reduzierter Darstellung an.

Die Künstlerin verwende oft Japan- und Chinapapiere, die sie manchmal von beiden Seiten bearbeite und mehrschichtig mit Positiv- und Negativformen bedrucke. Sie thematisiere Licht und Schatten, Nähe und Ferne.

Anders als in den Bildern sei die Natur in den Objektkästen nicht nur Inspirationsquelle, sondern zudem durch den Einsatz von Fundstücken über das Material unmittelbar präsent. Gesammeltes Treibholz und Wurzelstücke würden bildhauerisch gestaltet.

Der Künstlerin Heinen gestand die Kunsthistorikerin zu, sie sei fasziniert von Dingen, die eine Geschichte erzählen.

In Formgebung und Oberflächengestaltung würden ihre Keramiken Entfaltung, Wandel und Verwitterung ausstrahlen. Mit sicherem Gespür würde die Künstlerin ihren Arbeiten Ausdruckswerte verleihen, die vom nimmer müden Wirken der Zeit erzählen.

Viele Gemeinsamkeiten

Wesentlich sei ihre Oberflächengestaltung. Mit den Händen und einfachen Werkzeugen gebe Heinen der Keramik das Äußere eines porösen, von Wind und Wetter ausgewaschenen Steins. Die Künstlerin arbeite mit fließenden Übergängen, von sparsam angedeuteter Figürlichkeit zur Abstraktion.

Beide Künstlerinnen hätten für ihre Kunst unterschiedliche Ausdrucksmöglichkeiten gewählt, hieß es abschließend. Verbindend sei der Bezug zu Natur und Zeit sowie eine große Zurückhaltung in der Farbgebung.

Gemeinsam sei eine Behutsamkeit in der Gestaltung, die einlade, mit Bedacht zu entdecken, auf Nuancen zu horchen und sich nicht mit dem Vordergründigen zufrieden zu geben.

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