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Mehr als 24.000 Tiere liebevoll betreut

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
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Nach der Grundsteinlegung am 10. Juli 1986 ging es mit den Bauarbeiten rasch voran. Doch bis zum heutigen Tag hat sich im Tierheim an der Stapperstraße in Heinsberg-Kirchhoven einiges getan.
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Nach der Grundsteinlegung am 10. Juli 1986 ging es mit den Bauarbeiten rasch voran. Doch bis zum heutigen Tag hat sich im Tierheim an der Stapperstraße in Heinsberg-Kirchhoven einiges getan.

Heinsberg. Hätten Sie gedacht, dass in den Kommunen des Kreises Heinsberg herrenlose Fundtiere bis vor 30 Jahren noch in Zwingern an den Kläranlagen ihr Dasein fristen mussten? Aber genau so war es. „Manche Tiere wurden auch im Bereich der Bauhöfe in dürftigen Zwingeranlagen untergebracht“, sagt Bianka Mai.

Nach der kommunalen Neugliederung sei es der Kreis Heinsberg gewesen, der ein Einsehen hatte, dass diese Situation auf absehbare Zeit nicht mehr tragfähig wäre. Die heutige Tierschutzvereinsvorsitzende weiß, dass der Kreis damals wohl durch den seinerzeit in Wegberg beheimateten Tierschutzverein die Hilfe erhielt, die er sich erhofft hatte, als es um die Frage ging, ob sich die Tierfreunde die Trägerschaft eines neu zu bauenden Tierheims vorstellen könnten.

Am 27. Mai, auf den Tag, genau ist es 30 Jahre her, dass das Tierheim in Kirchhoven eröffnet wurde. Ohne Komplikationen verlief der Weg bis dahin jedoch keineswegs.

„Es hat sieben oder acht Jahre gedauert, bis das Grundstück an der Stapperstraße gefunden war“, sagt Bianka Mai. Immer wieder habe es an anderen Orten Probleme gegeben, zum Beispiel weil potenzielle Nachbarn gegen die Ansiedlung mobil machten.

Das Veterinäramt des Kreises, Vertreter der Stadt Heinsberg und des Tierschutzvereins, der sich fortan Tierschutzverein für den Kreis Heinsberg nannte, seien durch ganz Nordrhein-Westfalen gereist, um sich schon bestehende Einrichtungen anzuschauen. „Am Ende wurde es aber viel teurer als gedacht. Den Verein hat das über Jahre in die Klemme gebracht, bis es in den 1990er Jahren zu einer erlösenden Erbschaft kam“, weiß Bianka Mai.

750.000 Mark schlugen für das Projekt seinerzeit zu Buche. Doch obwohl, so wird zumindest überliefert, der damalige Oberkreisdirektor Dr. Theo Esser den Verein mit 500.000 Mark habe unterstützen wollen, seien durch den Kreistag letztlich nur 350.000 Mark genehmigt worden.

Seitdem ist viel geschehen. Mehr als 24.000 Tiere wurden in den letzten 30 Jahren umhegt und gepflegt. Dabei waren es zu Beginn nur halb so viele wie die 120 Bewohner, die heutzutage durchschnittlich täglich zu betreuen sind. Auch die Zahl der Mitarbeiter habe sich von anfangs zwei auf mittlerweile 13 bis 15 erhöht. Neben der gewachsenen Menge an Tieren seien hierfür betriebliche Auflagen, wachsende Logistik- und Verwaltungsarbeit sowie die tierärztliche Versorgung und die allgemeinen Haltungsbedingungen ursächlich.

„Für die Katzen gab es zunächst zum Beispiel gar keine Krankenstation“, sagt Bianka Mai. 1991 sei die Einweihung des Mehrzweckgebäudes, des Katzenfreigeheges und der Teichanlage gefeiert worden. Ein bedeutender Schritt sei zweifellos auch die Einstellung einer Tierärztin im Jahr 2009 gewesen. Seitdem sei eine bessere und wirtschaftlichere Versorgung der Tiere sichergestellt.

Der menschlichen Wärme, die den Tieren durch die liebevolle Betreuung zuteil wird, folgte im Jahr 2012 erfreulicherweise auch eine thermische. der Einbau einer leistungsstarken und ökologisch verantwortungsvollen Heizungsanlage mit Solarunterstützung senkte endlich die Energiekosten und sorgte von nun an für verlässliche und nachhaltige Wärme im gesamten Tierheim.

In bescheidenem Rahmen wird das Tierheim am 27. Mai das Jubiläum zwischen 13 Uhr und 16 Uhr feiern. „Jeder, der möchte, kann dabei sein“, freut sich Bianka Mai auf regen Besuch. „Es gibt Kaffee und Kuchen. Außerdem kann jeder Besucher Ballons mit persönlichen Wünschen für das Tierheim erwerben, die wir dann um 14 Uhr gemeinsam starten lassen.“

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