„Medienscouts“: Damit sich Kinder nicht im Netz verfangen

Von: Helmut Wichlatz
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Das Internet gehört für viele Kinder mittlerweile zum Alltag. Information und Aufklärung auch in den Schulen ist daher wichtiger denn je. Foto: Stock/ZweiKameraden
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„Medienscouts“ in Aktion: Wichtig ist, dass die Informationen von eher Gleichaltrigen kommen.

Hückelhoven. Das Internet ist aus dem Leben der Kinder und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Bereits einige Grundschüler haben einen Account beim sozialen Netzwerk Facebook und laden Fotos hoch, Lieder oder Spiele herunter und wissen oftmals nicht, dass sie sich damit sogar strafbar machen können.

Auch Cybermobbing und die Verbreitung von Gewaltvideos lauern als Gefahren in der virtuellen Welt. Der Schulleiter Dirk Gröbert hat deshalb den Umgang mit dem Internet in den Lehrplan aufgenommen.

Die Dritt- und Viertklässler werden altersgerecht und spielerisch mit den Möglichkeiten und Gefahren des Internet bekannt gemacht. In Kooperation seiner Schule an der Burg und der Hauptschule in der Schlee sowie den dortigen sogenannten „Medienscouts“ ist nun ein neues Projekt gestartet. „Dabei ist es wichtig, dass die Informationen von nahezu Gleichaltrigen kommen“, weiß Gröbert. „Das Prinzip der ,Peer Education‘ hat sich bewährt.“

Dies bedeutet: Die Hauptschüler wurden speziell ausgebildet, um über die Online-Themen zu referieren und anderen Schülern Rede und Antwort zu stehen. Junge Menschen lernen lieber von eher Gleichaltrigen, und so ist eine zielgruppenadäquate Aufklärung und Beratung möglich. Die „Medienscouts“ wurden im Rahmen eines Projektes der Landesmedienanstalt ausgebildet.

Die Zehntklässler hatten nun in der Grundschule an der Burg auch Tipps zum Virenschutz parat und erwiesen sich im Laufe der zweistündigen Informationsrunde als kompetente Ansprechpartner. Erstaunlich: Fast die Hälfte der Viertklässler gab an, bei Facebook angemeldet zu sein. Die Nutzung ist altersbeschränkt und beginnt bei 14 Jahren. „Ich rate nicht von der Nutzung ab“, erklärt der Schulleiter, wohl wissend, dass es auch vergebene Liebesmüh wäre. Deshalb müssten die Schüler frühzeitig und altersgerecht informiert werden.

Dazu beginnt er im dritten Schuljahr mit Filmen aus der Sendung mit der Maus, in denen erklärt wird, wie das Internet funktioniert, wer daran verdient und was später einmal mit den Bildern passiert, die man vielleicht unbedacht einstellt. „Man verewigt sich im Internet“, weiß Gröbert. „Die Kinder müssen frühzeitig verstehen und abschätzen lernen, was geht und was nicht geht.“ Die Gefahren lauern auch in Chats, in denen sich auch Erwachsene tummeln, die sich als Kinder ausgeben, um so in Kontakt zu kommen. Oder beim angeblich kostenlosen Download urheberrechtlich geschützter Daten.

„Die Kinder begegnen im Netz oft Dingen, die ihnen Angst machen“, betont Pädagoge Gröbert. Und er weiß auch, dass heute ein Leben ohne Internet nicht mehr möglich ist. Die Schüler lernen auch, wie schnell sie selbst zu Tätern werden können. Stichwort Cybermobbing. Einen Fall habe er bereits an der Schule gehabt – und im Gespräch mit allen Beteiligten beilegen können, erklärt der Schulleiter. „Die Schüler können nicht einschätzen, wie schlimm das ist, was sie da tun“, weiß er. Deshalb setzt er auf frühe und umfassende Aufklärung.

Fortsetzung erwünscht

Die Drittklässler fangen mit einer Unterrichtsstunde pro Woche an und schauen erst einmal, wie denn so ein Computer von innen aussieht. Die Kooperation mit den „Medienscouts“ der Hauptschule will Gröbert auf jeden Fall fortsetzen. „Es wäre wünschenswert, wenn in dem Bereich schulübergreifend zusammengearbeitet würde und mehr Schüler an solchen Kursen teilnehmen könnten“, betont er.

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