„Maxxbühne“ stellt die Rechnung aus

Von: Monika Baltes
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Wie läuft die Beziehung? Mehr auf ihre Kosten, mehr auf seine? Wer zahlt drauf? Das klären die Gucci-Frau (Natalie Kamper), das Mädchen (Laura Kemmerzell) und der Armani-Mann (Daniel Ludwig). Foto: Monika Baltes

Wegberg. Kaufen und gekauft werden, verkaufen und verkauft werden – die Welt ist ein Supermarkt. Am Schluss wird abkassiert. Und für jede verpasste Gelegenheit gibt es eine Abbuchung von der Life-Card. Mit großer Spielfreude und beachtlicher Bühnenpräsenz führte die „Maxxbühne“, das Oberstufentheater des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums (MKG) Wegberg, das Stück „Abkassiert – Mitleid liegt links im Regal“ im Pädagogischen Zentrum der Schule auf.

Skurril und doch mitten aus dem Leben gegriffen waren die Figuren, die Einkaufskorb tragend zwischen den Regalen aufmarschierten.

Der Therapeut braucht eine neue Kaffeekanne, die reizende Studentin ist auf der Suche nach Handseife und dem großen Glück. Ein Beziehungsdrama erleben der Armani-Mann und die Gucci-Frau zwischen Zeitschriftenregal und Kartoffelchips, und der Bombenbauer am Tiefkühlregal soll durch den spontanen Striptease eines weiblichen Moralapostels abgelenkt werden.

Eine Frau mit gefrorenem Herzen irrt durch die Gänge und ein eiskalter französischer Männertraum namens Frigitte wird verramscht. Die Frau mit Leinentasche ist selbstverständlich gegen Tierversuche, ein junger Mann verpasst eine gute Chance, und auch der charmante Denker mit Vorliebe für One-Night-Stands geht einkaufen.

Entlarvt werden sie alle von den beiden Kassiererinnen des Supermarktes – sarkastisch, humorvoll und endgültig im Urteil. Sie genießen es, die Rechnung zu präsentieren für das kleine, erbärmliche Leben, das hier im Supermarkt zwischen Spinat und Ingwer-Marsala-Joghurt offengelegt wurde. Mitleid? Fehlanzeige! Das liegt ganz unten im Regal der erbarmungslosen Frauen.

Seit einem Jahr hat die „Maxxbühne“ einmal wöchentlich jeweils zwei Schulstunden lang geprobt. Hinzu kommen die Sondertermine kurz vor der Aufführung. „Dieses Jahr hat alles so richtig gut funktioniert“, freute sich Robert Pauck, Lehrer am MKG, der bereits zum siebten Mal die Regie für das Oberstufentheater übernahm.

Der Zufall habe ihn zu diesem Stück von Ingrid Lausund geführt – „und wir haben es an unsere Verhältnisse angepasst“. Die „Maxxbühne“, das sind hauptsächlich die Abiturienten des Literaturkurses am MKG. Wer nicht auf der Bühne stand, betreute Technik und Service während der Aufführung und war beim Bau des Bühnenbildes im Einsatz.

Bis ins Detail ist die „Maxxbühne“ dem Thema Supermarkt treu geblieben. Die Beteiligten wurden mit einem knallbunten Werbeblatt der „Volltreffer-Angebote“ vorgestellt, selbstverständlich bis zu „48 Prozent billiger“. Das Plakat zur Aufführung präsentierte sich als Kassenzettel. Eine schöne Idee auch die Rollenbiografien an Stellwänden, die den Zuschauern schon vor Beginn der Vorstellung Einblick in die Gedankenwelt der Protagonisten boten. Eine rundum gelungene Vorstellung der „Maxxbühne“, die mit viel Applaus belohnt wurde.

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