Masterplan sorgt in Wegberg für Fragen und Lob

Von: Monika Baltes
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Schauten sehr genau hin: Rund 200 Bürger nahmen die einzelnen Pläne unter die Lupe. Foto: Monika Baltes

Wegberg. Die Planer der Firma Astoc hatten ihnen Wegberg zu Füßen gelegt. Ein riesiger begehbarer Plan im Pädagogischen Zentrum des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums brachte den mehr als 200 Teilnehmern der Bürgerbeteiligung zum Masterplan Potenziale und Perspektiven für die zukünftige Entwicklung Wegbergs im Wege der „Selbstbegehung“ näher.

Dicht umlagert waren auch die Stellwände, die sich auf die langfristige Wohnbauentwicklung von neun Wohnbauflächen innerhalb des Grenzlandringes konzentrierten. Auf insgesamt 40 Hektar könnten hier – je nach Bebauungsdichte – zwischen 1200 und 2400 Wohneinheiten realisiert werden.

Der Masterplan soll eine eindeutige Grundlage schaffen, um die vielschichtigen Einzelaspekte des Areals in einen schlüssigen Gesamtzusammenhang zu stellen. Die Bürgerbeteiligung sollte Gelegenheit bieten, die Pläne zu verfeinern und das „Ortswissen der Ansässigen“ in die Überlegungen einfließen zu lassen.

Vorgestellt wurden die Pläne von Professor Oliver Hall und Sebastian Herrmann vom Planungsbüro Astoc aus Köln. Schnell stieg das Publikum in die anschließende Diskussion ein, für die sich Oliver Hall „Offenheit und Transparenz“ gewünscht hatte.

Auf offene Ohren stießen die Sorge und Nöte der Teilnehmer, die sich fragten, ob so viele Wohnungen gebraucht würden, die „ungemein städtische Planung“ beklagten, die glaubten, dass der zweite Schritt vor dem ersten getan werde und zunächst die Belebung von Einzelhandel und Innenstadt forderten.

Das sei der „richtige Weg“, gab es andererseits lobende Worte für den Masterplan, „er kommt spät – aber er kommt.“ Alte Probleme und Schlagworte machten die Runde, die „Mittelachse“ etwa, die bereits in den 80er Jahren in Wegberg diskutiert wurde, die Situation am Bahnhof, der unzureichende öffentliche Personennahverkehr.

Die Sorge um die Existenz der landwirtschaftlichen Betriebe und den vernachlässigten sozialen Wohnungsbau, die Forderung nach generationenübergreifender Durchmischung der Quartiere, Fragen zu Radwegenetz, klimaneutraler Umsetzung und den „Begehrlichkeiten, die der Masterplan weckt“ – etliche Fragen konnten gleich beantwortet werden, alle Anregungen werden zudem in die weitere Planung einfließen.

Einstimmiger Ratsbeschluss

Nicht nur die sachlich-fachliche, auch die politische Entwicklung hatten die Teilnehmer im Blick. Für Heiterkeit sorgte die Frage, was denn sei, „wenn das Mühlenbündnis dagegen ist“. Bürgermeister Michael Stock verwies auf einen einstimmigen Ratsbeschluss zur Auftragsvergabe des Masterplans im Dezember 2016 und fügte hinzu: „Ich gehe davon aus, dass das auch auf den politischen Beratungslauf Einfluss haben wird.“

Im Mai hatten sich CDU und AfW, zwei der drei im „Mühlenbündnis“ zusammengeschlossenen Fraktionen, gegen eine Bürgerbeteiligung zum jetzigen Zeitpunkt ausgesprochen. Die richtigen Voraussetzungen sahen sie noch nicht gegeben, Ängste und Hoffnungen würden zu früh geschürt, forderten sie eine vorherige Priorisierung der Baugebiete.

Der dritte Bündnispartner, die FDP-Fraktion, hatte für die Bürgerbeteiligung gestimmt.

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