Markus Segschneider spielt mit seiner Band Playground bei „Jazz im Rondel“

Von: rei
Letzte Aktualisierung:
14551398.jpg
Die Band Playground spielte auf höchsten Schwierigkeitsstufen. Foto: Stefan Reiners

Heinsberg. Der Gitarrist Markus Segschneider war mit seiner Band Playground bei „Jazz im Rondell“ zu Gast. Angekündigt wurde er unter anderem mit einem Zitat aus einer CD-Kritik im „Soul Train“: „Der gute, alte Jazz-Rock ist zurück. Klingt wie 2017 und 1973 zugleich. Coole Sache“. Das trifft es.

Walter aus Oberbruch besucht schon länger jedes ihm mögliche Event der Veranstaltungsreihe „Jazz im Rondell“, obwohl er eingestand, am liebsten „Bar Jazz“ zu hören. Damit hatte das Konzert rein gar nichts zu tun, gefiel Walter aber trotzdem sehr gut, wie er sagte.

Martin aus Dremmen hatte sich vorher im Internet informiert und sich die beiden Videos angeschaut, die Martin Segschneiders Playground dort veröffentlicht hat. „Ist ja eher Jazz als Rock. Ich dachte dabei mehr an Pink Floyd“, war sein Resumée.

Keine ganz falsche Vorstellung, hat doch der opulente Rock der 1960er und 1970er der Improvisation viel Raum gegeben und klare Brücken zum Jazz geschlagen. Aber während Ray Manzarek („The Doors“) und Gleichgesinnte gerne mal minutenlang auf einem einzigen Akkord eskalierten, übernahm der oben zitierte Jazz-Rock gerne die Instrumentierung, den Sound und auch den Rhythmus des Rocks. Die Stücke selbst gestalteten sich jedoch alles andere als eintönig oder simpel.

So war auch die Musik der Gruppe Playground, die ausnahmslos dem Geiste des Namensgebers entsprang, zum allergrößten Teil sehr durcharrangiert. Das erschloss sich nicht unmittelbar, weil sie häufig auf allzu eingängige Themen verzichtete. Einfache Schemata aus Thema und Improvisation gab es nahezu nie, und eine Melodie nachzupfeifen, das dürfte zumeist unmöglich sein. Selbst rasanteste Läufe waren ausnotiert, wurden deshalb aber auch von allen Musikern unisono und auf den Punkt präsentiert.

Rockmusik im Viervierteltakt wurde allenfalls mal zitiert. Segschneiders Kompositionen kamen im 7/8 oder 13/16 Takt daher, der überdies im Verlauf der Stücke noch ständig wechselte. Das klang aber keinen Deut weniger treibend, rockend oder groovy, dafür sorgte schon Ulf Stricker am Schlagzeug.

Der lieferte auch die restliche Bewegung auf der Bühne, hatte er doch als einziger kein ablenkendes Notenpaket vor sich, das seinen Blick fesselte. Ihm zuzusehen war schon ein Vergnügen, er war mit Leib und Seele dabei.

In Fachkreisen ist Markus Segschneider als exzellenter „Fingerstyler“ bekannt, das heißt er spielt als Solokünstler die klassische Gitarre zupfend, schlagend und was es an Techniken da so alles gibt. Irgendwann reichte das alleine dem Kölner Könner aber nicht mehr. „Ich habe jetzt viele Jahre lang nur alleine gespielt. Oder in anderen Formationen, aber da eben immer nur die Musik von anderen“, beschreibt er die Entstehungsgeschichte der Formation, zu der neben Ulf Stricker und ihm selbst noch Clemens Orth an den Tasteninstrumenten und Rainer Wind am Bass gehören.

Was die Zuhörer und Organisator Theo Krings von der Kreismusikschule zu hören bekamen, war ein abwechslungsreiches, ebenso anspruchsvolles wie ansprechendes Programm. Die Band zeigte auf musikalischer Ebene höchste Schwierigkeitsstufen.

Spätestens bei „Devil sticks“ drängte sich der Gedanke an den großen Volker Kriegel, die deutsche Gitarrenikone des Jazz Rocks, der in den 70ern mit Größen wie Klaus Doldinger oder dem United Jazz&Rock Ensemble die Szene dominierte, einfach auf. „Journey‘s End“ als Schlussstück und „Sunday Ride“ kamen als relaxte, eingängige Melodien daher, die schlicht und einfach zum Entspannen einluden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert