Markus Bruns zum Domkapitular in Aachen ernannt

Von: Rainer Herwartz
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Der Heinsberger Propst Markus Bruns gehört jetzt auch dem Domkapitel zu Aachen an.

Heinsberg/Aachen. Natürlich freue er sich über die Ernennung, meint Heinsbergs Propst Markus Bruns, aber viel Aufhebens möchte er dennoch nicht darum machen. Bischof Heinrich Mussinghoff hat den Leiter der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Heinsberg/ Waldfeucht nach Zustimmung des Aachener Domkapitels zum „nichtresidierenden Domkapitular“ am Hohen Dom zu Aachen ernannt.

Die Amtseinführung erfolgt in einem feierlichen Hochamt am Samstag, 24. Oktober, um 10 Uhr im Aachener Dom. Der 48-jährige Bruns wird in diesem Amt Nachfolger von Pfarrer Karl-Heinz Teut aus Krefeld.

„Es ist für Heinsberg nicht ganz ungewöhnlich“, sagt Bruns bescheiden. Schon einer seiner Vorgänger, der Heinsberger Propst Albert Honings, sei knapp zwanzig Jahre lang Domkapitular gewesen. Wenn jemand aus dem Domkapitel ausscheide, schlage einmal der Bischof einen geeigneten Kandidaten für die Nachfolge vor, beim nächsten Mal dann das Domkapitel selbst. In seinem Fall habe der Bischof die Entscheidung getroffen. „Ich sehe es als Vertrauensbeweis des Bischofs und Wertschätzung, die er meiner Arbeit entgegenbringt.“

Ein Blick auf diese lässt einen schon bei der schlichten Aufzählung seiner Arbeitsbereiche und Zuständigkeiten ins Schwitzen geraten: Nach seiner Priesterweihe am 4. März 1995 im Aachener Dom war der am 10. Januar 1967 in Birgelen geborene Markus Bruns als Kaplan tätig von März 1995 bis August 2000 an St. Josef in Viersen und an St. Helena in Viersen-Helenabrunn. Von August 2000 bis Oktober 2006 war er Regionaljugendseelsorger der Region Kempen-Viersen, außerdem von Oktober 2000 bis November 2006 Pfarradministrator an St. Helena. Im Juni 2006 wurde er Leiter der GdG Viersen, was er bis Oktober 2010 auch blieb. Von November 2006 bis Oktober 2010 war er darüber hinaus Pfarrer an St. Helena, St. Peter in Viersen-Bockert und Pfarradministrator an St. Marien in Viersen-Hamm.

Seit November 2010 ist er, neben seiner Aufgabe als Leiter der GdG Heinsberg/Waldfeucht, Pfarrer der Pfarreien St. Theresia vom Kinde Jesu in Schafhausen, St. Mariä Schmerzhafte Mutter in Unterbruch, St. Josef in Laffeld, St. Mariä Rosenkranz in Straeten, St. Nikolaus in Waldenrath und Herz Jesu in Aphoven. Zudem ist er eben Pfarrer und Propst an St. Gangolf in Heinsberg sowie Vorsitzender der Verbandsvertretung des Katholischen Kirchengemeindeverbandes Heinsberg/Waldfeucht. Seit Januar 2013 ist er Mitglied des Diözesanpriesterrates, seit Februar 2013 Mitglied des Kuratoriums für die Fortbildung der Priester und seit 2013 Mitglied in der Kommission für die Partnerschaft mit der Kirche in Kolumbien.

Und jetzt also das Aachener Domkapitel. Dieses besteht aus dem Dompropst, sechs residierenden und vier nichtresidierenden Domkapitularen sowie sechs Domvikaren. Die Anzahl der Domkapitulare und Domvikare ist übrigens im Preußen-Konkordat von 1929 festgelegt: Ein nichtresidierender Domkapitular wie Bruns ist demnach nicht „ortsgebunden“ und damit nicht zum ständigen Dienst an der Kathedralkirche in Aachen verpflichtet.

Zu den Aufgaben des Domkapitels gehören gemeinhin der Gottesdienst, die Seelsorge und die Sakramentenspendung im Dom sowie die Sorge um den Erhalt des Domes und bei Bedarf die Wahl eines neuen Bischofs. Bei einer Bischofswahl hat Bruns dieselben Rechte wie ein residierender Domherr. Und genau diese dürfte schon bald anstehen. „Bischof Mussinghoff wird im Oktober 75 Jahre alt und möchte sein Rücktrittsgesuch einreichen“, sagt Bruns. Der Papst müsse dies dann zwar erst noch annehmen, „aber die Wahrscheinlichkeit, dass er das tut, ist sehr hoch“. Das Domkapitel werde dann drei Vorschläge für einen neuen Bischof unterbreiten.

Doch auch von anderen Stellen geschehe dies, so zum Beispiel vom Nuntius in Berlin, dem diplomatischen Vertreter des Vatikans in Deutschland. Theoretisch könnte das Domkapitel sogar einen Kandidaten aus den eigenen Reihen vorschlagen, doch das geschehe eher selten, meint Bruns. „Man kann das Domkapitel nicht mit dem Konklave vergleichen, das aus seinen Reihen einen der Kardinäle zum neuen Papst wählt.“ Neuer Bischof in Aachen, da ist Bruns wieder ebenso bescheiden wie sicher, wird er denn wohl nicht werden.

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