Mann mit Messerstichen tot aufgefunden

Von: Rainer Herwartz und Georg Schmitz
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In der ersten Etage (rechte Seite) des Greco-Hauses an der Hochstraße kam es am Samstag zu einer Tragödie, bei der ein Mann durch mehrere Messerstiche starb. Foto: Georg Schmitz
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Versiegelt: Hinter dieser Tür nahm das Verhängnis am Wochenende seinen Lauf. Foto: Georg Schmitz

Heinsberg. Die Mitteilung der Staatsanwaltschaft Aachen war ebenso dünn wie die Tatumstände undurchsichtig. „Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Aachen wurde am Sonntag gegen eine 57 Jahre alte Frau die einstweilige Unterbringung durch das Amtsgericht Aachen angeordnet.“

Aufgrund ihrer Ermittlungen gehe die Staatsanwaltschaft davon aus, dass die Beschuldigte am Samstag „in einer Wohnung in Heinsberg nach einer zunächst verbalen Auseinandersetzung dem Geschädigten mehrere Stichverletzungen zugefügt hat, an denen er kurz darauf verstarb“. Die Ermittlungen zu den näheren Hintergründen der Tat, insbesondere zu dem Motiv, dauerten an, ließ Staatsanwalt Dr. Jost Schützeberg zum Schluss noch verlauten.

Nach Informationen unserer Zeitung befindet sich die Wohnung, in der das Verbrechen stattfand, im Greco-Haus an der Hochstraße. Dort, in der ersten Etage auf der rechten Seite war die Leiche eines Mannes gefunden worden, der mit sechs oder sieben Messerstichen getötet wurde. Nähere Angaben zum Tatopfer konnte Schützeberg gestern noch nicht machen. Wohl aber geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass es sich bei der Tat, die der 57-Jährigen zur Last gelegt wird, nicht um ein Kapitalverbrechen wie Mord oder Totschlag handelt, erläuterte Schützeberg. „Die Staatsanwaltschaft geht nach den Umständen davon aus, dass es keinen Tötungsvorsatz gab“, sagt Schützeberg. Lediglich der Vorsatz der Körperverletzung erscheint den Ermittlern derzeit offenbar plausibel. Da der angegriffene Mann die Attacke nicht überlebte, wurde am Ende eine Körperverletzung mit Todesfolge daraus.

Bemerkenswert und aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang auch, dass durch das Gericht kein Haftbefehl erlassen wurde, sondern ein einstweiliger Unterbringungsbefehl für die Psychiatrie. Das, so Schützeberg, sei immer dann der Fall, wenn bereits feststehe, dass der Täter vermindert schuldfähig oder gar nicht schuldfähig sei.

Was sich jedoch genau am Samstag in der Wohnung zugetragen hat, vermag derzeit noch niemand zu sagen. Nach Recherchen unserer Zeitung war die Polizei allerdings nicht zum ersten Mal in dem Sechs-Parteien-Haus im Einsatz. Immer wieder war es aufgrund von Alkoholexzessen zu lautstarken Auseinandersetzungen gekommen zwischen dem Opfer und seiner Frau. Auch nach der Tat soll diese im alkoholisierten Zustand in der Nähe des City-Centers angetroffen worden sein. Ob sie die Tat begangen hat, wollte Schützeberg gestern noch nicht sagen. Möglicherweise könnte auch Eifersucht im Spiel gewesen sein. Die der Tatwohnung gegenüberliegende Wohnung auf der selben Etage wurde durch die Polizei ebenfalls versiegelt. Hier lebt eine Bekannte des Paares. Derzeit befindet sich der Leichnam des getöteten Mannes in der Kölner Gerichtsmedizin, wo noch einige chemisch-toxikologische Untersuchungen durchgeführt werden. Die drei Katzen der Eheleute wurden ins Tierheim nach Heinsberg gebracht.

Vor beinahe genau acht Jahren, am 19. März 2005, war es übrigens nur einen Steinwurf entfernt am City-Center zu einer ähnlichen Tragödie gekommen. Damals hatte eine 45-jährige Kranführerin nach einem Zechgelage den 50 Jahre alten Lebensgefährten ihrer Schwester mit einem Schälmesser erstochen. Sie wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt.

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