Heinsberg - Manchmal findet man im Keller zu Gott

Manchmal findet man im Keller zu Gott

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
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Gerne signierte Esther Maria Magnis nach ihrer Lesung noch ihre Bücher für ihre Zuhörer. Foto: anna

Heinsberg. Mit ihrem Buch „Gott braucht dich nicht. Eine Bekehrung“ war die Autorin Esther Maria Magnis im Rahmen der Reihe „Kultur in der Christuskirche“ in der evangelischen Kirche in Heinsberg zu Gast.

Nicht wissenschaftlich-theoretisch, nicht frömmelnd oder fromm, sondern in erfrischender Offenheit berichtete die Autorin über ihre Glaubenserfahrung, stellte Pfarrer Sebastian Walde Esther Maria Magnis in seiner Begrüßung vor. „Es handelt vom Beginn meines Glaubens“, fuhr sie fort und erzählte zunächst, wie der Glaube ihr genommen wurde: durch den Tod des Vaters.

Etwa im Alter von 13 oder 14 Jahren habe sie begonnen, sich von Gott zu trennen, erzählte sie und las aus ihrem Buch den „relativ proletischen Teil aus der Teenagerzeit“, wie sie ihn selbst nannte. „Aber ich bin katholisch, auch wenn man das nicht immer unbedingt merkt“, fügte sie hinzu.

Und doch: Die Nachdenklichkeit und die Skepsis aus ihrer Jugend vermag die Autorin auch heute noch gut zu vermitteln. Sie lässt ihren Zuhörer ganz nah an ihre eigenen Gefühle und Gedanken heran.

Sie las vor von ihrem Versuch, atheistisch zu leben, von ihrem Abstieg in den Nihilismus, aber auch davon, wie sie wieder zu Gott gefunden hat, und das nicht nur, weil auch ihr Bruder schwer krank wird. Eindrucksvoll beschreibt sie, wie ihr Bruder in Todesangst gemeinsam mit ihr wieder beginnt zu beten, im Keller. „Betonboden. Grau. Eiskalt. Nur der Ausguss, der Betonboden. Und dann ein leises ‚Amen‘ von Johannes“, steht da auf Seite 228. „Wer so sehr die Gegenwart Gottes gespürt hat auf dem härtesten Boden… Für den ist Gott wirklicher als ein Stein. Der kann phasenweise nicht mehr diskutieren über die Existenz Gottes, weil es absurd erscheint“, schreibt sie sechs Seiten später.

Das Publikum in der Christuskirche war beeindruckt von der Offenheit der Autorin im Umgang mit ihrem Glauben, von der bildreichen Sprache in ihrem Buch. Lange noch widmete sie sich beim Signieren ihrer Bücher auch Gesprächen mit ihren Zuhörern.

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