Maler Axel Brandt: gekonnt-typischer Pinselstrich

Von: gk
Letzte Aktualisierung:
6189620.jpg
Axel Brandt (grüne Lederjacke), Kuratorin Ingrid Trantenroth-Scholz und Hubert Schmitz vom Vorstand des Kunstvereins der Region Heinsberg (von rechts) begrüßten die Gäste. Foto: Guenter Kleinen

Heinsberg. „Dicke Luft“ war es nicht, die der Maler Axel Brandt mit nach Heinsberg gebracht hatte, wenngleich seine eigens für den Kunstverein zusammen gestellte Ausstellung diesen Titel trägt. Für dicke Luft im übertragenen Sinne könnten allerdings die Bläser-Motive sorgen, die einen Teil seiner großformatigen Werke füllen.

Denn mit seinem typischen Pinselstrich und seinem pastosen Farbauftrag hat der aus dem Vorallgäu stammenden Brandt einem bayerischen Bläserensemble kurzerhand die Hosen ausgezogen… Was freilich nur bei näherem Hinsehen auffällt. Dies sei augenzwinkernd und ironisch gemeint, klärte denn auch die Kuratorin des Kunstvereins der Region, Ingrid Trantenroth-Scholz, ein aufmerksames Publikum auf.

Axel Brandt meinte später zur Entstehung seiner Werke grundsätzlich: „Ich komme auf keine Ideen, die Ideen kommen auf mich.“

Dies stand allerdings zunächst vor großformatigen Winterbildern, den „Wildscheinen bei Waltenhausen“. Gerade hier wird die Besonderheit des Künstlers sichtbar, der seine Motive der unmittelbaren Umgebung wie auch spontanen Einfällen entnimmt und sie reliefartig betont. Die Szenerie des Ganzen wird umso deutlicher, wenn man sie aus einiger Entfernung betrachtet.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Vorstandsmitglied Hubert Schmitz brachte Ingrid Trantenroth-Scholz in Anwesenheit des Künstlers dem Publikum die ausdrucksstarken Bilder nahe.

Axel Brandt, 1962 in Ulm geboren und heute in Düsseldorf zuhause, hat hier an der Kunstakademie bei Professor Dieter Krieg studiert. Zahlreiche Ausstellungen und Auszeichnungen begleiten seinen beruflichen Weg. Die bekannte Kunsthistorikerin Gabriele Uelsberg hat in ihrem Vorwort zum aktuellen Buch die Art der Malerei von Brandt treffend beschrieben. Das, was den Künstler tagesaktuell umtreibe, finde sich als Niederschlag in einer dicken Schicht auf die Leinwand gemalt und gepresst mit Farbe, deren Substanz an Dichte und Schwere kaum zu überbieten sei.

Dabei schafft es mitunter die Farbe, eine Leichtigkeit in die Gesamtheit zu bringen, die dann aufmunternd wirkt, wie bei den besagten Bläsern, die in fünf Exponaten und unterschiedlichen Formaten in der Ausstellung zu sehen sind. Titel der in diesem Jahr entstanden Bilder: „Von den Blauen Bergen.“

Insgesamt hat Axel Brandt zwölf Bilder mit nach Unterbruch gebracht, die auf den zwei Ebenen der Ausstellungsräume zu sehen sind. Darunter auch „Anleihen“ an den realen Alltag und seine Begleitumstände, die sich hier in Plastiktüten von Aldi, Lidl oder real widerspiegeln, die vollgepackt, von einer kräftigen Hand getragen werden.

Die Hand, die zwar fast monochrom, aber dennoch überbetont ist, stellt den Kontrast zur Buntheit der Plastiktüten heraus, und damit „die Geschichte einer Alltags-Ästhetik, deren Sinnhaftigkeit wir nicht mehr in Frage stellen“, so Gabriele Uelsberg im Buch zur Ausstellung „Dicke Luft“, die noch bis 29. September beim Kunstverein der Region Heinsberg, Horster Hof, zu sehen ist.

Öffnungszeiten der Ausstellung samstags 15 bis 18 Uhr, sonntags, 11 bis 17 Uhr.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert