Magen-Darm-Zentrum weist Qualitätsstandards nach

Von: Isabel Wille und Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
11141306.jpg
Die beiden Leiter des Magen-Darm-Zentrums: Dr. Nikolaos Mastragelopulos (links) und Dr. Carsten Triller. Foto: Daniel Gerhards

Heinsberg. Dass Magen-Darm-Patienten im Städtischen Krankenhaus gut aufgehoben sind, kann das Haus nun mit einem DIN-Zertifikat belegen. Im Magen-Darm-Zentrum des Heinsberger Krankenhauses arbeiten Spezialisten verschiedener medizinischer Fachrichtungen eng zusammen.

Das soll eine optimale Behandlung der Patienten garantieren.

Auf die Zertifizierung hatte sich das Krankenhaus drei Jahre lang vorbereitet. Der Inhalt eines 450 Seiten starken Qualitätshandbuchs und die täglichen Abläufe im Magen-Darm-Zentrum standen zuletzt bei einem dreitägigen sogenannten Audit auf dem Prüfstand.

Im Grundsatz sorgt das Magen-Darm-Zentrum dafür, dass „das früher übliche Denken in Fachabteilungsstrukturen“ aufgebrochen wird, sagt Krankenhaus-Geschäftsführer Heinz-Gerd Schröders. Vielmehr seien Chirurgen und Internisten von Beginn der Untersuchungen und Behandlungen an beteiligt. So könne man bereits bei der Diagnosestellung mit Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen besprechen, wie die Krankheit in welchem Stadium zu behandeln ist, sagt Dr. Carsten Triller, Oberarzt für Innere Medizin.

Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Ärzte die richtige Entscheidung treffen – und es spart Zeit. „Früher hat es lange gedauert, bis sich Internisten und Chirurgen unterhalten haben“, sagt Dr. Nikolaos Mastragelopulos, chirurgischer Chefarzt. Heute sind beide schon sehr früh beteiligt und entscheiden gemeinsam, „welche Maßnahmen nötig sind, um dem Patienten zu helfen“, sagt er.

Dass das Städtische Krankenhaus ein solches Zentrum hat, ist längst nicht selbstverständlich – aber auch kein Alleinstellungsmerkmal. Ähnliche Zentren gibt es an vielen Kliniken in Deutschland. In den meisten beschränke man sich aber auf die Behandlung von Darmkrebspatienten, sagt Triller. In Heinsberg habe man das Arbeitsfeld auf den gesamten Verdauungstrakt ausgeweitet. Die Mediziner des Magen-Darm-Zentrums kümmern sich auch um gutartige chronische Darmkrankheiten, zum Beispiel Morbus Crohn, und gut- und bösartige Magenkrankheiten. Dadurch kommen mehr Patienten für eine Behandlung im Magen-Darm-Zentrum in Frage.

In der Vorbereitungsphase auf die Zertifizierung mussten die Verantwortlichen des Krankenhauses viele Prozesse unter die Lupe nehmen. „Wir mussten nicht alles neu erfinden, aber genau auf unsere Abläufe schauen“, sagt Triller. Dabei gehe es darum, offen anzusprechen, welche Fehlerquellen es gibt und was man dagegen unternehmen kann.

Im Klartext heißt das, dass man den kompletten Weg des Patienten von der Aufnahme über die Informationen, die an die Station gehen, die weitergehenden Untersuchungen, die Kommunikation mit dem Patienten bis hin zur Nachsorge durchleuchtet hat.

Gerade die Nachsorge nach einer Operation eines Krebspatienten hat für Mastragelopulos einen hohen Stellenwert: „Die Nachsorge eines Tumorpatienten ist genauso wichtig wie die OP“, sagt er. Ohne richtige Nachsorge könne es passieren, dass Rückfälle tödlich enden.

Wichtig sei auch die Zusammenarbeit in der Tumorkonferenz. Dabei besprechen Chirurgen, Internisten, Onkologen, Strahlentherapeuten und Pathologen die Behandlung von Patienten.

Aufsichtsratvorsitzender Bürgermeister Wolfgang Dieder lobte, dass das Darmzentrum auf „höchst möglichem Niveau“ arbeite, das unterstreiche die Zertifizierung nun nachhaltig.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert