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„Made in Erkelenz – Holz, Stein, Metall“ rückt die Bildhauer in den Fokus

Von: Helmut Wichlatz
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Anschaulich: Frank Maraite erläutert Dominikanermönch Johannes Zabel die 3-D-Darstellung des Meckinghovener Altars von Peter Tillmanns. Fotos (2): Helmut Wichlatz Foto: Helmut Wichlatz
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Von Ursula Klügel in den 70ern porträtiert: Josef Viethen und seine Schwester.

Erkelenz. Die Ausstellung „Made in Erkelenz – Holz, Stein, Metall“ ist eröffnet worden. Jedoch nicht im Haus Spiess selbst, wo Arbeiten der sieben Künstler mit entsprechenden Informationen zusammengetragen worden sind. Aufgrund des großen Andrangs war die Eröffnung gegenüber ins Foyer der Stadthalle verlegt worden. Zurecht, denn das Foyer war gut gefüllt.

Die Idee des Heimatvereins, der die Ausstellung zusammen mit der Kultur GmbH und unter fachkundiger Federführung der Bochumer Kunsthistorikerin Christina Clever-Kümper erstellt hat, scheint einen Nerv bei den Erkelenzern getroffen zu haben. Denn die Arbeiten der Bildhauer sind im Erkelenzer Stadtbild durchaus präsent. So zum Beispiel die Äppelsbell vor dem Alten Rathaus oder einen Steinwurf davon entfernt die tanzende Möhn´. Die kennt jeder Erkelenzer. Ihre Schöpferin, die Künstlerin Ursula Klügel, ist heute den wenigsten bekannt.

Dies zu ändern war auch einer der Gründe, weshalb der Heimatverein vor über einem Jahr mit dem Projekt Ausstellung begonnen hat, erklärte Günther Merkens. Der Vorsitzende des Heimatvereins betonte, man wolle die Menschen hinter den Werken vor dem Vergessen bewahren. Ursula Klügel starb 2006 im Alter von 86 Jahren. Der älteste der Erkelenzer Bildhauer ist Heinrich Jansen. Nach ihm ist auch der Verbindungsweg zwischen Kölner und Atelierstraße benannt. Viel weiß man nicht über den Künstler aus dem Spätbarock. Einige seiner Arbeiten sind jedoch erhalten.

Neben Jansen als Vertreter des Barock sind vor allem die großen Ateliers aus der Zeit des späten 19. Jahrhunderts und die Namen dahinter ein Begriff. Laumen, Tillmanns und Winkelkemper sind ebenso wie Janning und Haak Namen, die man zukünftig wieder verstärkt mit Kunst in Erkelenz in Verbindung bringen wird. Denn die Pflege der Tradition könne und dürfe kein Selbstzweck sein, hob Bürgermeister Peter Jansen in seinem Grußwort hervor. Vielmehr müsse die Beschäftigung mit der Tradition auch auf die Zukunft ausgerichtet sein.

Am Bildschirm betrachten

Die Kunsthistorikerin Clever-Kümper hob die Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Heimatvereins hervor, die „Unmögliches möglich“ gemacht hätten. Die Ausstellung im Haus Spiess beschränkt sich aber nicht auf die Darstellung und Präsentation der Kunst. Vielmehr wurden auch Informationen zu den Hintergründen und zur Arbeitsweise zusammengetragen. Das Erkelenzer Messebauunternehmen Image Construction stellte Informationselemente zur Verfügung, die zum Erkunden und Miterleben einladen. Einige der Arbeiten wurden auch von Frank Maraite dreidimensional bearbeitet und können nun am Bildschirm und per Mausklick aus verschiedenen und teils ungewohnten Perspektiven betrachtet werden.

Der Künstler Michael Franke hat Porträts der ausgestellten Künstler erstellt, die es dem Betrachter ermöglichen, einen Menschen mit dem Namen zu verbinden. Eine besondere Leihgabe hatte auch der Erkelenzer Architekt Josef Viethen beigesteuert. Denn in den 70er Jahren fertigte Ursula Klügel Porträtkopfe von ihm und seiner Schwester an. Diese sind nun im ersten Obergeschoss unter Glas zu sehen.

Der Tillmann-Altar, der heute in Datteln-Meckinghoven steht, hatte auch den Dominikanermönchen Johannes Zabel aus Worms nach Erkelenz gelockt. Der heute in Worms lebende geistliche stammt aus Meckinghoven und ließ sich von Frank Maraite die dreidimensionale Darstellung seines „Heimataltars“ zeigen.

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