Erkelenz - „Made in Erkelenz: Holz, Stein, Metall“ eröffnet

„Made in Erkelenz: Holz, Stein, Metall“ eröffnet

Von: Helmut Wichlatz
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Sie warten noch auf ihren Platz im Haus Spiess: diese Exponate von Erkelenzer Bildhauern. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz. „Made in Erkelenz“ wird um 19.30 Uhr wird in der Stadthalle offiziell eröffnet. Zu sehen sein werden dann bis zum 16. April in Haus Spiess die Arbeiten der Erkelenzer Bildhauer von Heinrich Jansen, der im Barock tätig war, bis zu der zeitgenössischen Künstlerin Ursula Klügel.

Seit Montag wird im Haus Spiess gearbeitet. Dabei wird es auch schon mal etwas später für das Team um Hubert Rütten und Günther Merkens vom Heimatverein sowie die Kunsthistorikerin Christina Clever-Kümper.

Schon vor Monaten begannen die Vorbereitungen für die Ausstellung mit intensiven Recherchen. Viele Arbeiten der Erkelenzer Künstler sind durchaus bekannt, nach anderen musste gesucht werden. Fündig wurde man teilweise in Kellern bei den Nachfahren der Künstler. Oftmals sind es nur noch Fragmente oder die Arbeitsvorlagen zu den Holzskulpturen. An einigen Originalen haben der Zahn der Zeit und der Holzwurm genagt, was ihrer Wirkung auf den Betrachter keinen Abbruch tut.

Neben einigen barocken Arbeiten von Heinrich Jansen sind vor allem moderne und Werke aus der Neo-Gotik erhalten. Einen wahren Boom der Neo-Gotik löste die Fertigstellung des Kölner Doms nach Originalplänen im 19. Jahrhundert aus.

Allein im heutigen Kreis Heinsberg entstanden zwischen 1846 und 1900 rund 20 neogotische Kirchen. Und die mussten natürlich mit einem neogotischen Innenleben versehen werden, von den Bänken über den Beichtstuhl bis hin zum aufwendigen Altar. Damit begann die Blütezeit der Bildhauerei in Erkelenz, wo die drei großen Ateliers Winkelkemper, Tillmanns und Laumen jeweils bis zu 16 Mitarbeiter beschäftigten.

Ein weiterer Umstand, der für Erkelenz sprach, war die Bahnanbindung. Denn die teilweise riesigen Holzarbeiten mussten ja auch transportiert werden. Da die Altäre und Einrichtungen nicht für die Ausstellung nach Erkelenz gebracht werden konnten, organisiert der Heimatverein zeitnah Exkursionen zu den Standorten, zumeist in Kirchen.

Im Wandel der Zeit

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kam es auch in der Kunst zu einer Zeitenwende, erläutert Clever-Kümper beim Rundgang durch die halbfertige Ausstellung. Die Themen und auch die Auftraggeber änderten sich. Gefragt waren Kriegerdenkmäler und Neo-Gotik war out. Dass manche moderne Arbeiten aus der Nachkriegszeit später eine durchaus kontroverse Diskussion auslösten, kann man der damaligen Erkelenzer Volkszeitung aus dem Jahr 1957 entnehmen.

Vor 60 Jahren wurde „Der Sämann“ von Peter Haak ebenso angefeindet wie gelobt. „Besser als Haak kann es niemandem gelingen, den Sämann zu charakterisieren“, fanden die einen. Andere lehnten die Arbeit schlichtweg ab. „Die Streitgespräche um den Sämann im Besonderen und die moderne Kunst im Allgemeinen dürften in diesen Tagen neue Nahrung erhalten“, urteilte die Volkszeitung damals.

Die Ausstellung setzt aber auch auf moderne Umsetzung. So erwarten die Besucher auch runde Sichtkästen, in denen man animierte Informationen zu den Ausstellungsstücken und ihrer Entstehung findet. Frank Maraite hat eine dreidimensionale Computeransicht erstellt, die es dem Besucher ermöglicht, per Mausklick ins Detail zu gehen.

Hubert Rütten gehört nicht nur zu den Ausstellungsmachern. Er hat ein restauriertes Grabkreuz aus Familienbesitz beigesteuert, das sonst auf dem Alten Friedhof an der Brückstraße steht. „Die Arbeiten der Erkelenzer Bildhauer findet man heute noch, wenn man mit offenen Augen durch die Stadt geht“, sagt Rütten. Auf dem Friedhof an der Brückstraße stammen einige der imposanten Grabfiguren und das Kriegerdenkmal aus den Ateliers der Erkelenzer Bildhauer.

Mit der Ausstellung wolle man das Interesse an den Erkelenzer Bildhauern wecken und die Erinnerung fördern, sagt Günther Merkens, Vorsitzender des Heimatvereins. „Sie verdienen es, Teil des öffentlichen Gedächtnisses zu sein.” Deshalb soll nach der Ausstellung eine schriftliche Dokumentation erstellt werden, die dazu beitragen soll.

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