Heinsberg-Randerath - „Liederabend“ in Randerath: Eine Familie brilliert auf der Bühne

„Liederabend“ in Randerath: Eine Familie brilliert auf der Bühne

Von: Anna Petra Thomas
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Vor allem die Eigenkompositionen von Christian Ernst und die Sopranstimme seiner Frau Karen Rettinghaus begeisterten das Publikum in der evangelischen Kirche in Randerath. Foto: Anna Petra Thomas
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Sohn Kolja Leander Ernst spielte ebenfalls auf dem Waldhorn dazu. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Randerath. Sie nannten es „Liederabend“ auf ihrem Plakat, und doch war es so viel mehr, was die beiden Berliner Musiker Christian Ernst und Karen Rettinghaus einem vollends begeisterten Publikum nach zwei Stunden in der evangelischen Kirche in Randerath geboten hatten. Zu ihrem Programm gehörten nicht nur Lieder, sondern auch Arien und Kammermusik aus drei Jahrhunderten, sogar eine Uraufführung des Komponisten Ernst und bezaubernde Vorträge ihres erst acht Jahr alten Sohnes Kolja Leander Ernst auf dem Waldhorn.

Zu einem Konzert mitten in den Sommerferien einzuladen, sei sicherlich riskant gewesen, erklärte Pfarrerin Beate Dickmann, sie war jedoch zugleich zufrieden über die vielen Besucher im gut besetzten Kirchenschiff. Ernst, der aus Geilenkirchen stammt, sei in Randerath früher Organist gewesen, erzählte die Pfarrerin, und es sei immer schon ein Konzert geplant gewesen. Nach einer eher zufälligen Begegnung habe dieser Plan jetzt rasch umgesetzt werden können, freute sie sich. Auch Karen Rettinghaus sei Randerath nicht fremd, hätten sich beide doch hier kennengelernt, sagte sie.

Den Anfang machten die beiden mit einem Auftragswerk, das Ernst 2001 für den inzwischen gestorbenen Arzt und Künstler Burkhart Ollertz aus Waldenrath komponiert hatte: eine Sonate für Flöte und Klavier (op. 46). Den Klavierpart übernahm der Komponist selbst, begleitet auf der Flöte von Karen Rettinghaus. „Vocalise und Tanz“, ebenfalls komponiert von Ernst 1999 und 2003 für eine seiner Klavierschülerinnen spielten alle drei zusammen.

Sohn Kolja Leander begeisterte dann, am Klavier vom Vater begleitet, mit dem Rondo (Allegro) aus dem Hornkonzert Nr. 1 D-Dur (KV 412) von Wolfgang Amadeus Mozart und mit „Anker hoch“ aus der Filmmusik zu Wickie von Karel Svoboda (1937-2007). Der Blick auf die Kinderzeit zog sich weiter wie ein roter Faden durch das Programm, jetzt mit einem Rückblick auf die Kaiserzeit im 19. Jahrhundert mit den 13 Kinderszenen von Robert Schumann, gesungen von Karen Rettinghaus (Sopran).

Er habe die Ausgabe mit einer darüber geschriebenen Melodiestimme zufällig in einem Berliner Antiquariat gefunden, erzählte Ernst, der danach, gesungen ebenfalls von seiner Frau, zwei Schlaflieder zum Besten gab, die er zur Geburt seiner Kinder Kolja Leander (2009) und Demian (2011) geschrieben hatte. Weiter ging es mit der 2008 entstandenen Ernst-Vertonung eines Gedichts von Friedrich Rückert aus der Weisheit des Brahmanen (op. 59) mit dem Titel „Ich gebe dir mein Sohn“.

Eingebettet in zwei Stück von Julius Weismann (Gleich und Gleich op. 5 Nr. 3) und Nachtstück (op. 5 Nr. 7) präsentierte Ernst zusammen mit seiner Frau drei weitere Literatur-Vertonungen: Auf eine Brieftaube (W. Morawe, op. 55. Nr. 5, 2007), Wanderlied (op. 66 Nr. 3, 2010) und als Uraufführung Nixe im Grundquell, ebenso von Gottfried Keller (op. 66 Nr. 5, 2015). Ein Opernpart schloss sich an, in dem Karen Rettinghaus weiter mit ihrem Sopran brillierte: „Oh! mio babbino caro“ aus Gianni Schicci von Giacomo Puccini, „Písen Rualky o mesícku“ aus Rusalka von Antonín Dvorák und „Non sò più cosa son, cosa faccio“ aus Figaro von Wolfgang A. Mozart.

Operettenhaft ging es weiter mit einer Eigenkomposition mit „Sie, zu ihm“, einem Text von Kurt Tucholsky (op.57, 2007), dem Vilja-Lied aus Die lustige Witwe und „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ aus Giuditta von Franz Lehár.

Ovationen für diese wunderbare, familiäre Gemeinschaftsleistung waren der Lohn für die beiden mit ihrem Sohn, die sich für den lang anhaltenden Applaus mit „Summertime“ von George Gershwin und dem Abendsegen aus Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck beim Publikum bedankten.

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