Liebenswerte Nilpferd-Lady plaudert Geheimnisse aus

Von: Stefan Reiners
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Nilpferd Amanda ist ziemlich geschwätzig. Für die flotten Sprüche sorgt ihr Bühnenpartner Sebastian Reich. Foto: Stefan Reiners

Heinsberg. Sebastian Reich ließ in der Oberbrucher Festhalle in seinem Programm „Amanda packt aus“ sprichwörtlich die Puppen tanzen. In den hiesigen Breitengraden mag der aus Würzburg stammende Bauchredner nicht so bekannt sein, doch in seiner Unterfränkischen Heimat ist er seit sieben Jahren insbesondere aus der dortigen Fastnacht nicht mehr wegzudenken.

Das kann man gut verstehen, hat man den charmanten Entertainer mit seiner „Bühnenpartnerin“ Amanda live erlebt. Amanda ist ein Nilpferd und – wie bei solchen Duos üblich – alles andere als auf den Mund gefallen. Sebastian Reich gelang es so täuschend echt ihr Leben und insbesondere eine Stimme zu geben, dass man schon nach wenigen Minuten völlig vergaß, eine kleine übergewichtige Puppe vor sich zu haben.

Wen wundert‘s da, dass Sebastian Reich in den heimatlichen Gefilden als „Amandas Papa“ angesprochen wird oder beim Metzger zwei Scheiben Schinkenwurst extra eingepackt bekommt. „Für Amanda“ heißt es dann.

Im ersten Teil des Programms gab es zunächst einmal eine etwas längere Eröffnung ganz ohne Puppenpartnerin. Hier wurden in der Interaktion mit dem Publikum Grundsteine gelegt, für sich durch den ganzen Abend ziehende „Running Gags“ und den Abschlusstrick des Abends. Klaus aus Oberbruch sollte ein Schild, mit der Aufschrift „Ich will ein Kind von Dir“, hochhalten. Franziska sollte sich auf dieselbe Weise als „Amandas größter Fan“ outen und beim Sammeln von Ortsnamen, aus denen Amanda ebenfalls per hochzuhaltendem Schild gegrüßt werden sollte, erhielt – wie bei auswärtigen Künstlern fast immer – das markante „Geilenkirchen“ den Zuschlag.

Bis zur Pause gab es auf der Bühne Zwiegespräche über diverse Themen (meist jedoch übers Essen) sowie Gesangseinlagen, bei denen Sebastian Reich zeigen konnte, wie sehr er sein Handwerk beherrscht. Auch wurde über eine Verballhornung des Wortes „spezifisch“ die Figur des „Spezi-Fischs“ (als Abkömmling von Cola-Fisch und Fanta-Fisch) eingeführt.

In der Pause bestand für alle Anwesenden die Möglichkeit, auf eine eigens bekannt gegebene Nummer per SMS aktuelle Fragen zu stellen oder Anregungen zu geben, die im zweiten Teil taufrisch eingebaut wurden.

Hier gab es auch ein bisschen Zauberei, für die mittels einer sehr originellen Methode eine Assistentin gesucht wurde. Man werfe einen Pflasterstein ins Publikum und wen er trifft … dessen Nachbarin sei dann die Glückliche. Die Wahl fiel an diesem Abend – natürlich ohne echten Pflasterstein – auf Hedi. Auch das musste man sich merken.

Wann immer Amanda mal eben hinter die Bühne musste, gab es Kurzauftritte anderer Nebenrollen, wie Schorsch, dem Hausmeister oder eines sich selbst als wandelndes Witzebuch bezeichnenden Stimmungsesels mit Flachwitzegarantie. Auch der leibhaftige Spezifisch erschien ganz kurz unter Donner und Blitzen.

Irgendwo in diesem ganzen Drumherum bereitete Sebastian Reich unbemerkt die Schlusspointe vor. Denn obwohl Amanda im Verlaufe des Abends einiges aus dem Nähkästchen plauderte, bezog sich der Titel des Programms eigentlich auf einen permanent gut sichtbar über der Bühne baumelnden Koffer, dessen Inhalt von Amanda ausgepackt werden sollte.

Den öffnete letztlich der vorab erwählte Klaus aus Oberbruch für Amanda und verlas den scheinbar daraus entnommenen Brief mit allen brandaktuellen Infos des Abends. Da stand – als krönender Abschluss eines sehr gelungenen, rundum unterhaltsamen und kurzweiligen Abends – alles von Klaus, von Franziska und alles über Hedi und Geilenkirchen sowie Lieblingsfarben und Lieblingsessen.

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