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Liberale wollen alle Fakten auf dem Tisch

Von: Rainer Herwartz
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Der Heinsberger FDP-Vorsitzende David Stolz (rechts) und FDP-Pressesprecher Stefan Lentzen läuten den Wahlkampf ein. Foto: Herwartz

Heinsberg. Die Situation der öffentlichen Bäder, insbesondere der Freibäder in Heinsberg, und die erst kürzlich durch unsere Zeitung in den Fokus gerückte, sanierungsbedürftige Festhalle in Oberbruch bieten der Heinsberger FDP genügen Zündstoff, um mächtig an den Festen von Mehrheitsfraktion und Verwaltung der Kreisstadt zu rütteln.

„Es ist mir unverständlich, dass erst jetzt ein Gutachten über die Bäder erstellt worden ist“, sagt FDP-Chef David Stolz. „Dies hat die FDP bereits vor der wechselseitigen Schließung – also vor mehr als zehn Jahren gefordert.“ Das durch die Stadt beauftragte Gutachten der Altenburg Unternehmensberatung aus Düsseldorf ist auf den 18. November letzten Jahres datiert.

„Die desaströse Lage der Bäder ist der CDU bereits seit Jahren bekannt. Ich frage mich langsam, was hat die CDU eigentlich gegen Oberbruch? Erst ist laut CDU die Lage in Oberbruch der Grund für das Scheitern der Sekundarschule, dann ist das Schwimmbad zu teuer und zu guter Letzt lässt man die Oberbrucher Festhalle einfach verkommen.“ Angriffslustig stellt Stolz die Frage: „Will man hier einen späteren Abriss provozieren? Dieses Verhalten haben die Oberbrucher nicht verdient.“ Die FDP fordere daher die Mehrheitsfraktion dazu auf, die Bürger „endlich umfassend zu informieren und sie über die weiteren Planungen noch vor der Kommunalwahl zu unterrichten.“

Der bautechnische Sanierungsbedarf bei den Freibädern würde laut Gutachten, das der Redaktion vorliegt, in den nächsten Jahren in Kirchhoven rund zwei Millionen und in Oberbruch etwa 1,2 Millionen Euro verschlingen. Auch das Hallenbad schlägt demnach mit fast 1,8 Millionen Euro zu Buche. Aus der Sicht der Gäste handele es sich beim Hallenbad um ein „einfaches Zweckbad ohne Attraktion“.

Die gesamte Anlage sei in die Jahre gekommen, aber dennoch gepflegt und biete durch kontinuierliche Instandhaltungsmaßnahmen noch ein ordentliches Bild. Das Oberbrucher Freibad erhält eine rundum positive Bewertung. Das Bad sei in einem optisch guten Zustand und biete ein „attraktives Angebot mit verschiedenen Erlebniselementen“. Zudem sei die Wasserfläche „gut dimensioniert“.

Auch das Freibad in Kirchhoven sei mit Ausnahme des Sanitärbereichs in gutem Zustand, der das Alter der Anlage nicht erahnen lasse. Die Grünanlage sei sehr attraktiv, aber die Wasserfläche „etwas überdimen-sioniert“. Das Betriebsergebnis, das Erlöse und Aufwendungen gegenüberstellt, betrug für 2012 beim Hallenbad ein Minus von 701.779 Euro, beim Freibad Kirchhoven ein Minus von 123.311 Euro und in Oberbruch ein Minus von 349.166 Euro. In der Summe kommen so 1.174.256 Euro zusammen, die sich als Defizit kaum vom Vorjahr 2011 entscheiden. „Ich glaube“, so Stolz, „dass dieses Gutachten die Begründung liefern soll, dass nicht alle Bäder in der Stadt aufrecht erhalten werden können.“

Die FDP stellt den ernüchternden Zahlen nach wie vor im Wesentlichen ihr schon im Oktober 2011 vorgestelltes Vier-Punkte-Konzept entgegen: 1. Die Freibäder Oberbruch und Kirchhoven sowie das Hallenbad werden erhalten und in jeder Saison geöffnet; 2. Freier Eintritt für die Heinsberger Bürger über die gesamte Saison in allen Bädern der Stadt; 3. Finanzierung über Pro-Kopf-Umlage von 3,50 Uhr pro Monat; 4. Dies soll durch eine Bürgerbefragung zur Disposition gestellt werden. Die Bevölkerung müsse in jedem Fall mit einbezogen werden. „Es kann nicht sein, dass immer die kleinen Parteien darauf hinweisen müssen“, sagt FDP-Pressesprecher Stefan Lentzen.

Grundsätzlich bemängeln die Liberalen die ihrer Meinung nach fehlende Kommunikationsbereitschaft von Mehrheitsfraktion und Verwaltung. Aus diesem Grund werden sie zur nächsten Ratssitzung unter anderem öffentlich fragen, welche Investitionen seit 2003 für die Festhalle Oberbruch getätigt worden seien, wie hoch der Investitionsbedarf ist und ob es hierfür Rückstellungen gebe. Auch die Begegnungsstätte in der Innenstadt wird mit einbezogen. Die Fragen soll übrigens das zukünftige Ex-Parteimitglied Jaeger-Breuer stellen.

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