Levins „Todesfalle“ auf der Stadthallenbühne

Von: hl
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Erkelenz. Mit dem Thriller „Todesfalle“ des amerikanischen Autors Ira Marvin Levin setzte die Kultur GmbH Erkelenz ihre Theateraufführungen in der laufenden Spielzeit fort.

In der voll besetzten Stadthalle führte das Berliner Kriminal Theater ein Stück auf, das zwischen kriminalistischer Spannung, schwarzem Humor und unerwarteten Wendungen hin und her schwankte. Lang anhaltenden Beifall gab es am Ende vor allem für die Leistungen der vier Schauspieler.

Die Handlung erschließt sich erst allmählich und in großen Teilen unerwartet, so dass die Frage „Wie wird es wohl weitergehen?“ die Zuschauer dauernd begleitete. Das Ganze begann mit den Überlegungen des älteren Krimiautors Sidney Bruhl, sich des Manuskriptes des jüngeren Kollegen Clifford Anderson per Mord zu bemächtigen, um es dann unter seinem Namen zu veröffentlichen.

Dieser Plan wurde auch in die Tat umgesetzt, allerdings mit einer nicht vorherzusehenden Wendung: Der Mord war nur vorgetäuscht, der Jüngere „ermordete“ nun den Älteren, allerdings dies alles nur, um Sydneys herzkranke Frau Myra in den Tod zu treiben, weil so die beiden ihr Schwulsein ausleben konnten.

Nach der Pause tüftelten Sidney und Clifford dann gemeinsam an einem neuen Manuskript, bei dem sich die Idee des Stückes und die Realität dauernd streitig in die Quere kamen. Mit dem Schluss, dass die beiden sich wieder gegenseitig umbrachten, diesmal aber nicht gespielt, sondern wirklich. Und des neuen Stückes bemächtigte sich triumphierend die Wahrsagerin Gizi Barna.

Thomas Gumpert war der an sich erfolglose Autor Sidney, dem für seine ehrgeizigen Pläne alles Recht war, auch das Verbrechen. Alexander Altomirianos spielte den quirligen Clifford, der seinem Kollegen, was die kriminelle Energie betraf, in nichts nachstand. Heike Domanowsky verkörperte die exaltierte Myra, deren Vermögen nicht unerheblich zu den Plänen des Gatten beigetragen hatte.

Sie sorgte auch für große Heiterkeit, als sie in voller Bekleidung der Badewanne entstieg. Und schließlich spielte mit viel Überzeugungskraft Katrin Martin die Wahrsagerin, die mit viel Hokuspokus die oft undurchsichtigen Ereignisse begleitete.

Die Besucher waren wohl zum Teil auch wegen der vielversprechenden Vorankündigung ins Theater gekommen: In der Spielzeit 1978/1982 wurde die „Todesfalle“ 1793 mal aufgeführt. Wobei „Falle“ ja ein doppeldeutiger Begriff ist: Einmal muss jemand eine Falle aufstellen, zum anderen muss einer in diese Falle hineintappen. Wem die eine oder die andere Aufgabe zufiel, dies war in dem Stück nicht immer klar und sorgte beim Publikum für eine nicht immer durchgängige Spannung.

Und so erfüllte die Aufführung wohl nicht ganz die in sie gesetzten Erwartungen. Oder um es anders auszudrücken: In Erkelenz wären nicht an die 2000 Besucher zu erwarten gewesen. Vielleicht lag dies auch daran, dass offensichtlich die Theater-Gene in New York andere sind als die auf dem Land.

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