„Lesen einmal anders“: Leseklub in Erkelenzer Stadtbücherei

Von: red
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Erkelenz. „Lesen einmal anders“ – unter diesem Motto startet im Februar ein Mitmach-Angebot der Lebenshilfe in der Erkelenzer Stadtbücherei. Dabei sollen in regelmäßigen Abständen Menschen mit und ohne Behinderung zusammenkommen, die Lust am Lesen oder zuhören haben.

Gelesen werden Geschichten in leichter Sprache, die leicht verständlich und nicht nur für Menschen mit Behinderung geeignet sind. Vielmehr werden die Bücher auch gerne von älteren Menschen oder Immigranten mit wenig Sprachpraxis gewählt. Zumeist handelt es sich dabei um spezielle Bearbeitungen bekannter Bücher, die auf ein einfaches sprachliches Niveau gebracht werden.

„Die Erkelenzer Stadtbücherei hat bereits eine große Auswahl an Literatur in leichter Sprache“, betont Bibliothekarin Angela Peschen. Durch den Lea Leseklub, der sich ab Februar regelmäßig in der Bücherei treffen wird, hofft sie auch Werbung für das Buchangebot machen zu können.

Das Prinzip „Lesen einmal anders“ ist so neu nicht im Kreis Heinsberg. Bereits vor rund einem Jahr ging die Lebenshilfe im Heinsberger Café Samocca mit dem ersten Lea Leseklub an den Start, der vom Erkelenzer Autor und Journalisten Helmut Wichlatz geleitet wird. „Nach rund einem Jahr können wir ein positives Fazit ziehen“, erklärt Michael Kleinen von der Lebenshilfe. „Die Gruppe in Heinsberg besteht aus rund zwölf Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, die sich regelmäßig treffen und vorlesen.“ Dabei sei es Teil des inklusiven Lea-Konzepts, dass im öffentlichen Raum gelesen wird. „So können auch bislang Unbeteiligte zuhören und mitmachen“, betont Kleinen. In Heinsberg funktioniere dies sehr gut. Bei den vierzehntägigen Treffen hat die Gruppe immer wieder Zuhörer, die extra wegen Lea kommen.

Anfängliche Zweifel hatten sich schnell zerstreut. Selbst Teilnehmer, die anfangs nicht vorlesen wollten, sprangen über ihren Schatten und waren gerne dabei. „Auch wenn wir uns nur alle zwei Wochen treffen, bleiben die Geschichten bei den Teilnehmern hängen und sie sind mit Feuereifer bei der Sache“, erinnert sich Wichlatz an die ersten Treffen. Gelesen wurden Krimis, Liebesgeschichten und auch Klassiker. Denn selbst Shakespeares Romeo und Julia gibt es bereits in einfacher Sprache. „So kann man der Zielgruppe auch die klassischen Stoffe näherbringen“, betont Wichlatz. Aus den Lesestunden ergeben sich auch immer wieder Gespräche, bei denen die Teilnehmer über ihr Leben berichten. „Ich habe das Gefühl, dass die Leute mit der Zeit selbstbewusster werden und sich mehr zutrauen“, betont er.

Das Lesen und Erleben von Geschichten fördert die Lebenshilfe auch mit einem Produkt, das sich zu einem wahren Verkaufsschlager entwickelt hat. Im vergangenen Jahr wurden bei der Lebenshilfe rund 100 sogenannte „Mehr-Sinn-Koffer“ hergestellt und verkauft. Die Koffer sind gefüllt mit Utensilien, die man braucht, um eine Geschichte auch haptisch erlebbar zu machen, erklärt Kleinen. „Das Angebot wendet sich vor allem an Einrichtungen, in denen Menschen betreut werden, die schwerstbehindert sind.“ Mit den Angeboten zeige die Lebenshilfe, dass die Auseinandersetzung mit Literatur auch bei Menschen mit Beeinträchtigung geweckt werden kann.

In der Stadtbücherei wird nach Karneval mit dem Lea Leseklub begonnen. „Bei uns ist jeder willkommen, der Lust auf Lesen und spannende Unterhaltung hat“, betont Wichlatz.

Die Termine der Treffen werden zeitnah nach Karneval bekanntgegeben.

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