Lernen mit Monopoly, Playmobil und Tabu

Von: Daniel Gerhards
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Spielend lernen: Egal ob mit Figuren, Würfeln oder Karten – beim Spielen lernen Kinder, Regeln zu akzeptieren und die anderen auch mal zum Zug kommen zu lassen. Die Michael-Ende-Schule integriert Gesellschaftsspiele deshalb in den Unterricht. Foto: Daniel Gerhards

Hückelhoven-Ratheim. Die Michael-Ende-Schule in Ratheim gewinnt bei der Aktion „Spielen macht Schule“ die Ausstattung für ein neues Spielezimmer. Damit macht der Unterricht gleich viel mehr Spaß. Laut Lehrerin Ellen Nierhaus spielen die Kinder immer weniger. Dem wolle man entgegenwirken, weil sie so viel über das soziale Miteinander lernen.

Wenn die Würfel an der Michael-Ende-Schule fallen, dann hat das nicht unbedingt etwas mit weitreichenden Entscheidungen zu tun. Meistens kullern sie – ganz klassisch – auf das Brett des zugehörigen Gesellschaftsspiels.

Dass in der Ratheimer Grundschule mittlerweile immer öfter gespielt wird, hat auch etwas damit zu tun, dass die Kinder nun aus einer großen Fülle von Spielen wählen können. Denn die Michael-Ende-Schule hat bei der Aktion „Spielen macht Schule“ die Ausstattung für ein Spielezimmer gewonnen. Regeln akzeptieren

Dank ihres „originellen und durchdachten Konzepts“ habe die Schule „eine komplette Spieleausstattung“ gewonnen, teilt das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen mit, das die Aktion mit dem Verein „Mehr Zeit für Kinder“ initiierte. Die Spiele sollen nun in alle Phasen des Schultags integriert werden. Vor, im und nach dem Unterricht sollen, Playmobil, Bauklötze, Karten und Würfel zum Einsatz kommen.

Lehrerin Ellen Nierhaus findet, dass Kinder immer weniger spielen. Dem wolle man entgegenwirken, weil die Schüler beim Spielen viel über das soziale Miteinander lernen. Sie müssen Regeln akzeptieren, sich absprechen und sich auch einmal zurücknehmen, wenn die anderen am Zug sind. „Das ist wichtig für die sozial-emotionale Entwicklung“, sagt Nierhaus.

Im neuen Spielezimmer könnten sich die Kinder nach ihren Neigungen beschäftigen, sagt Nierhaus. Der eine sucht sich ein Experimentierspiel, der andere baut Figuren auf einem Bauerhof auf, der nächste füllt die Kasse beim Monopoly. Und im Unterricht motivieren die Spiele zum Lernen: „Es wird immer schwieriger, Kinder zum Üben zu bringen.

Wenn das spielerisch geschieht, merken sie gar nicht, dass sie gerade lernen“, sagt Nierhaus. Im Deutschunterricht kommen Sprach- und Lesespiele zum Einsatz, im Sachunterricht stehen Experimentierspiele auf dem Stundenplan und im Mathematikunterricht bauen die Lehrer auf Logik-, Konstruktions- und Rechenspiele.

Die Spiele sollen die Kinder unter Aufsicht der Lehrer machen können – und die Erwachsenen spielen natürlich mit. „Dadurch kommen wir auf einer ganz anderen Ebene mit den Kindern in Kontakt“, sagt Nierhaus.

Dem Spielen einen großen Raum im Alltag einzuräumen, passt zur Ausrichtung der Grundschule. Seit 2006 setzt sie das Konzept der „Bewegten Schule“ um. Beide Programme sollen dazu beitragen, dass die 195 Kinder der Michael-Ende-Schule sich mit mehr ihren Mitschülern beschäftigen – weniger mit digitalen Angeboten.

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