Erkelenz - Leonhardskapelle: Musikgenuss mit der Viola da Gamba

Leonhardskapelle: Musikgenuss mit der Viola da Gamba

Von: hewi
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Musikalische Rarität: Gambist Lutz Heiwolt beim Konzert in Erkelenz. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz. Mit „The Spirit of Gambo“ präsentierte der Mönchengladbacher Musiker Lutz Heiwolt seinen Hörern in der Leonhardskapelle einen seltenen Musikgenuss. Denn die Viola da Gamba (oder „Gambe“) ist ein heute weitestgehend in Vergessenheit geratenes Instrument, wie Heiwolt berichtete.

Die Gambe sei eine eigene Instrumentengruppe, die sich aus der Laute entwickelt habe, betonte er. Daher habe sie mit der Instrumentengruppe der Violinen nichts zu tun. Neben Wissenswertem hatte der Musiker aber auch Beispiele für typische Kompositionen mitgebracht.

Zum Auftakt spielte er zwei Stücke von Tobias Hume (1569-1645), die eine sehr intensive, rustikale und melancholisch wirkende Klangvielfalt eröffneten. Es folgten Kompositionen von Johannes Schenk (1660 bis nach 1712) und Georg Philipp Telemann (1681-1767), in denen man schon klar die barocken Einflüsse heraushören konnte.

Die rustikale Gambe wurde zum höfischen Instrument, auf dem Heiwolt sich selbst im Spiel mit der zweiten Stimme begleitete. Doch nicht nur zur Musik gab es viel zu erzählen. Auch das Instrument selbst war besonders, denn es handelte sich im einen originalgetreuen Nachbau einer siebenseitigen Viola da Gamba von Joachim Tielke aus dem Jahr 1699. Das Original hängt heute im Museum.

Ein Schicksal, das den meisten Instrumenten aus er Zeit beschert ist. Nur sehr wenige Instrumente aus der Hochzeit der Gambe seien noch heute im Privatbesitz. Wie eines dieser Originale klingt, konnte man später auch hören, denn Heiwolt spielte auch auf einer sechsseitigen Gambe, die Tielke 1702 gebaut hatte.

Er selbst habe sich schon seit seiner Jugend ganz der sogenannten „Kniegeige“ verschrieben, betonte der Musiker. Daher studierte er auch Viola da Gamba an der Kölner Hochschule für Musik und Tanz. Neben seiner Konzerttätigkeit unterrichtet er auch Musikwissenschaften an der Kölner Universität. Mit der „Sonate d-moll für Viola da Gamba solo“ aus der Feder von Carl Friedrich Abel (1723–1787) beendete er das Konzert unter dem großen Applaus des Publikums.

Im Anschluss an das Konzert hatte der Förderverein „Kontrapunkt“ zur Jahreshauptversammlung eingeladen.

Der Verein widmet sich der Förderung der geistlichen Musik an der Pfarre St. Lambertus und lädt seine Mitglieder stets im Januar zum Neujahrskonzert in die Leonhardskapelle ein.

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