Leitsatz des Frauenzentrums: „Frauen helfen Frauen“

Von: mb
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Kreis Heinsberg. „Frauen helfen Frauen“: Diesen Leitsatz hat sich das Frauenzentrum auf die Fahnen geschrieben und hatte zur Vorstellung der Ergebnisse einer Umfrage zur Arbeitsplatzsituation für Frauen im Kreis Heinsberg in das Alte Rathaus in Hückelhoven-Ratheim eingeladen.

Bereits Ende vergangenen Jahres hatte das Frauenzentrum gemeinsam mit Andrea Hilger von der Agentur für Arbeit überlegt, bei Frauen im Kreis Heinsberg nach Bedingungen und Hemmnissen für Berufstätigkeit zu fragen. Die durch die Umfrage gewonnenen Informationen sollen dazu genutzt werden, Frauen und Familien zielgerichtet zu unterstützen und zu fördern.

Die Umfragebögen wurden über verschiedene Institutionen verschickt. Rita Zurmahr-Tabellion, die Vorsitzende des Vereins Frauenzentrums, freute sich nun über mehr als 800 Rückläufer. „Für eine repräsentative Umfrage wären 450 Rückläufer nötig gewesen, das Ergebnis dürfte also aussagekräftig sein“, erklärte sie. Nach Information von Andrea Hilger sind die Fragebögen noch nicht ausgewertet, „sodass eine öffentliche Vorstellung zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich ist“. So wurde vereinbart, dies aber auf jeden Fall später nachzuholen.

Der Kreis Heinsberg liegt in Bezug auf Arbeitsplätze für Frauen an drittletzter Stelle in Nordrhein-Westfalen, so war bei der Veranstaltung des Frauenzentrums zu erfahren. Aus vielen Gesprächen mit Frauen, die auf Arbeitssuche sind, weiß Zurmahr-Tabellion durchaus, wo es hakt. Nach der Familienpause sei der Wiedereinstieg schwierig, die Veränderungen in Ehe- und Familienrecht bei Scheidung würden zur Arbeitsaufnahme auch nach langjährigen Ehen zwingen, viele Familien kämen ohne ein zweites Einkommen schlichtweg nicht über die Runden.

Minijobs unterstützten in der Notsituation, führten aber in die Altersarmut. Gerade im ländlichen Raum spiele die Pflege von Angehörigen eine große Rolle. Als weitere Steine auf dem Weg ins Berufsleben wurden die fehlende Mobilität und der spärliche öffentliche Personennahverkehr genannt. Gut ausgebildete junge Leute seien „für den Kreis Heinsberg verloren, weil sie hier keine Arbeit finden“.

Im Hinblick auf den demografischen Wandel werde die Lebensarbeitszeit verlängert, die Bedingungen würden aber nicht verändert. Lediglich beim Problem der Kinderbetreuung erkannte Zurmahr-Tabellion, dass es „leichter wird“. Alle diese Probleme „müssen in das Blickfeld von Politikern und Unternehmensführern gerückt werden“, machte sie da „Nachholbedarf und ein großes politisches Feld“ aus.

Sehr persönliche Erfahrungsberichte der Teilnehmerinnen bildeten die Situation ab. Pflegekraft und Arzthelferin, Einzelhandelskauffrau und Wohnberaterin: Alle waren auf der Suche nach Arbeit. Nach persönlichen Schicksalsschlägen hatten sie in vielen verschiedenen Jobs gearbeitet – meist nur Notlösungen und keine Möglichkeit wirklich Fuß zu fassen. „An das, was im Alter passiert, wage ich nicht zu denken“, so formulierte es eine Teilnehmerin des Treffens in Ratheim.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Gerechtigkeit zwischen Generationen, Arbeitsplätze und Alterssicherung sind Themen, die nicht nur Frauen angehen, sondern sie sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Das weiß auch Zurmahr-Tabellion, die versprach, nicht locker zu lassen, denn „wir wollen helfen“.

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